AfD-Kundgebung in Münster-Coerde trifft auf massiven Gegenprotest
Christoph DöhnAfD-Kundgebung in Münster-Coerde trifft auf massiven Gegenprotest
Rechte Kundgebung der AfD in Münster-Coerde – Hundertfach größere Gegenproteste
Am Samstagmorgen fand in Münster-Coerde eine rechtspopulistische Kundgebung der Alternative für Deutschland (AfD) statt. Rund 60 Parteianhänger hatten sich versammelt, während sich in der Nähe ein deutlich größerer Gegenprotest formierte. Die Veranstaltung spiegelte die tiefen Gräben in der Region wider, insbesondere in Fragen der Wirtschaftspolitik und Migrationsdebatte.
Die AfD-Kundgebung begann um 10 Uhr; unter den Teilnehmern befand sich auch der Landespressesprecher der Partei. Darunter war Linus, ein 22-jähriger Erzieher aus dem Umland Münsters, der die Prioritäten Deutschlands infrage stellte. "Es ist nicht hinnehmbar, dass Milliarden nach Ukraine oder Israel fließen, während hier Rentner Pfandflaschen sammeln müssen, um über die Runden zu kommen", erklärte er. Die AfD fordert Steuersenkungen, Deregulierungen für kleine Unternehmen sowie eine Ablehnung des EU-Green-Deals – begleitet von schärferen Grenzkontrollen und Massenabschiebungen von als "nicht integriert" eingestuften Migranten.
Gleichzeitig beteiligten sich etwa 450 Menschen an einer Gegenkundgebung, organisiert von den Bündnissen "Keinen Zentimeter den Nazis" und "Coerde ist bunt". Eve Lyn Gardias, Anwohnerin und Mitglied der letzteren Initiative, kritisierte den Kurs der AfD scharf: "Sie bieten keine echten Lösungen – nur Sündenböcke unter marginalisierten Gruppen." Sie fügte hinzu: "Wir müssen zusammenstehen und nicht nach unten treten, wie es die AfD tut."
Die Polizei hielt beide Gruppen während der gesamten Veranstaltung strikt voneinander getrennt. Die AfD verzeichnet in Münster einen allmählichen Aufstieg: von 3,6 Prozent bei der Bundestagswahl 2017 auf 4,2 Prozent 2021, mit besonders starker Zustimmung in Coerde, wo Prognosen für die Bezirkswahlen 2025 bereits 10 bis 12 Prozent vorhersagen.
Die Kundgebung und der Gegenprotest verliefen ohne größere Zwischenfälle, doch die Spannungen blieben spürbar. Während die AfD landesweit für politische Kurswechsel wirbt, formiert sich vor Ort weiterhin Widerstand gegen ihre Positionen. Die Polizei bestätigte, dass es während der Demonstrationen zu keinen Festnahmen kam.






