"After Beuys" - Eine Hommage
"Nach Beuys" – Eine Hommage
Die Werkstatt-Reihe „After Beuys“ in der Galerie Eigen+Art wurde als „Gegenentwurf“ zum Versuch verstanden, Beuys vom „Ballast des erweiterten Kunstbegriffs“ zu befreien.
- September 2012
Kultur, Popkultur
Anfang 1988 richtete die DDR ihre erste und einzige Ausstellung mit Werken von Joseph Beuys aus. Die Schau lief von Mitte Januar bis Mitte Mai in der Akademie der Künste in Ost-Berlin. Organisiert von der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland, markierte sie einen der seltenen kulturellen Austausche zwischen den beiden deutschen Staaten.
Jahre lang hatten DDR-Funktionäre Beuys als „unerwünschte Person“ eingestuft. Seine avantgardistische Kunst kollidierte mit der sozialistischen Kulturpolitik der DDR. Doch selbst nach seinem Tod 1986 blieb sein Einfluss spürbar.
Nach zähen Verhandlungen kam es schließlich zur Ausstellung Beuys vor Beuys – ein Projekt, das ursprünglich von Nordrhein-Westfalen entwickelt worden war. Gezeigt wurden 216 Werke aus der Sammlung van der Grinten, alle zwischen 1946 und 1966 entstanden. Manfred Wekwerth, Präsident der Akademie der Künste, räumte in einem Schreiben an das ZK der SED ein, dass Beuys’ Bedeutung nicht länger ignoriert werden könne. Die Ständige Vertretung der Bundesrepublik in Ost-Berlin übernahm die Organisation. Es war das erste und einzige Mal, dass Beuys’ Werk offiziell in der DDR zu sehen war.
Die Ausstellung bot dem DDR-Publikum einen seltenen Einblick in Beuys’ frühes Schaffen. Gleichzeitig deutete sie eine kurze Lockerung der kulturellen Restriktionen an – noch vor dem Fall der Berliner Mauer. Bis heute bleibt sie die einzige offizielle Präsentation seiner Kunst in der ehemaligen DDR.






