Akif Pirinçci nach Volksverhetzungsvorwurf in Berufung freigesprochen – doch das Verfahren geht weiter

Horst-Dieter Gertz
Horst-Dieter Gertz
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Eine Schwarz-Weiß-Zeichnung einer Gerichtsszene mit einem Mann, der eine Waffe hält und vor einer Menge von Menschen steht, die auf Bänken sitzen und andere stehen, mit der Inschrift "Der Prozess gegen Thomas Jefferson" unten.Horst-Dieter Gertz

Autor Pirincci in Bonn von Anstiftung-Anklage freigesprochen - Akif Pirinçci nach Volksverhetzungsvorwurf in Berufung freigesprochen – doch das Verfahren geht weiter

Der Autor Akif Pirinçci wurde in einem Bonner Gerichtsurteil vom Vorwurf der Volksverhetzung freigesprochen. Die Entscheidung hebt ein früheres Urteil auf, das ihn zu einer Bewährungsstrafe verurteilte. Allerdings ist das Verfahren damit noch nicht endültig abgeschlossen.

Pirinçci erlangte erstmals 1989 mit seinem Kriminalroman Felidae Bekanntheit – eine Detektivgeschichte mit Katzen als Protagonisten, die breite Anerkennung fand. Doch bis 2014 hatte sich sein Ruf radikal gewandelt. Seine nationalistischen, migrationsfeindlichen politischen Ansichten sorgten für Kontroversen und verbanden ihn mit rechtsextremen Bewegungen. Später wurde er zu einem regelmäßigen Redner bei Pegida-Kundgebungen und veröffentlichte Bücher, in denen er rechtspopulistische Ideen verbreitete.

Der Rechtsstreit drehte sich um einen 2022 auf Pirinçcis Website Der kleine Akif veröffentlichten Blogbeitrag. Ein Amtsgericht hatte ihn zunächst der Volksverhetzung für schuldig befunden und zu einer neunmonatigen Haftstrafe ohne Bewährung verurteilt. Diese wurde später auf acht Monate zur Bewährung reduziert.

Das Oberlandesgericht Köln hat dieses Urteil nun teilweise aufgehoben. Die Richter urteilten, dass Pirinçcis Äußerungen mehrdeutig seien. Mindestens eine mögliche Auslegung, so ihr Fazit, erfülle nicht die rechtlichen Voraussetzungen für eine strafbare Volksverhetzung.

Trotz des Freispruchs wurde der Fall zur Neuverhandlung an eine untere Instanz zurückverwiesen. Das bedeutet, dass das Verfahren noch nicht abgeschlossen ist und das endültige Urteil weiterhin aussteht.

Das Urteil stellt einen vorläufigen Erfolg für Pirinçci dar, dessen Karriere sich von literarischem Ruhm zu politischer Umstrittenheit entwickelte. Sein 1989 erschienener Roman Felidae wurde einst von der Kritik gefeiert, doch sein späteres Engagement in der rechtsextremen Szene prägte sein öffentliches Bild neu. Der Fall wird nun an ein Amtsgericht zurückverwiesen, wo er weiter geprüft wird, bevor eine endültige Entscheidung fällt.