Anuga 2025 in Köln: Zwischen kulinarischen Trends und der Krise der Lebensmittelbranche
Horst-Dieter GertzAnuga 2025 in Köln: Zwischen kulinarischen Trends und der Krise der Lebensmittelbranche
Die weltgrößte Lebensmittelmesse Anuga öffnet dieses Wochenende wieder in Köln ihre Tore
Mit Ausstellern aus 110 Ländern präsentiert die Messe Tausende Neuheiten – von pflanzlichen Alternativen bis hin zu funktionellen Lebensmitteln. Doch während die Anuga 2025 größer ist denn je, kämpft Deutschlands Ernährungsindustrie mit dem dritten Rezessionsjahr in Folge, da Verbraucher sparen und vermehrt zu Discountern greifen.
Rund 8.000 Hersteller zeigen auf der Anuga ihre neuesten Kreationen. Besucher können Trends wie getrocknetes Fleisch, fermentierte Getränke oder Algen-basiertes Rinder-Carpaccio entdecken – Produkte, die bald in Supermarktregalen landen könnten.
Zu den herausragenden Innovationen zählt ein zuckerfreier, sprudelnder Mocktail aus Schmetterlingsblütentee, entwickelt vom türkischen Unternehmen Nesco Gida Içecek Turizm. Das Getränk schmeckt nach Kaugummi und wechselt die Farbe – von Blau zu Violett, sobald Zitronensaft hinzugegeben wird.
Doch die Messe findet in einer schwierigen Phase für die Branche statt: Die Umsätze sinken seit drei Jahren, allein im frühen 2025 gab es preisbereinigt ein Minus von fast einem Prozent. Discounter dominieren mittlerweile mit einem Marktanteil von knapp 47 Prozent, da Haushalte ihre Ausgaben kürzen. Jährlich kommen etwa 40.000 neue Lebensmittel auf den Markt – doch fast genauso viele verschwinden wieder wegen schwacher Nachfrage.
Die Anuga zeigt, wie sich die Industrie anpasst – mit auffälligen Getränken und nachhaltigen Alternativen. Doch die Herausforderung bleibt: Wie lassen sich preisbewusste Käufer zum Ausprobieren neuer Produkte bewegen? Angesichts der Vorherrschaft der Discounter müssen Hersteller Innovation und Bezahlbarkeit in Einklang bringen, um zu überleben.






