09 June 2026, 10:17

Apotheker kämpft gegen 87.000-Euro-Rückforderung der AOK Nordwest

90.000 Euro Strafe: 'Wir Hätten Die Tabletten Zählen Sollen'

Apotheker kämpft gegen 87.000-Euro-Rückforderung der AOK Nordwest

Dr. Christian Fehske, Inhaber der Rathaus-Apotheke in Hagen, sieht sich mit einer Rückforderung von fast 90.000 Euro konfrontiert. Die Forderung stammt von der AOK Nordwest, einer regionalen Krankenkasse, die ihm vorwirft, eine „unwirtschaftliche Überversorgung“ mit Medikamenten nicht verhindert zu haben. Streitpunkt sind zwei kostspielige Rezepte für das Präparat Idhifa, die innerhalb kurzer Zeit für denselben Patienten ausgestellt wurden.

Ausgelöst wurde der Fall, als Fehske zwei separate Rezepte für Idhifa – ein teures Krebsmedikament – für einen Patienten belieferte. Die AOK Nordwest argumentiert im Nachhinein, dies verstoße gegen die Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO). In der Folge zog die Kasse die Erstattung in voller Höhe zurück, was einem Betrag von über 87.000 Euro entspricht.

Fehske hat die Entscheidung gerichtlich angefochten und betont, die Rückforderung gefährde die Existenz seiner Apotheke. Seit mehr als sechs Monaten wehrt er sich gegen die Forderung und beschreibt das Verfahren als zermürbend. Unterdessen bereitet sich eine Pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA) desselben Betriebs darauf vor, ihren Job zu kündigen, um stattdessen bei einer Krankenkasse zu arbeiten.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Der Rechtsstreit könnte sich noch hinziehen – eine Verhandlung vor Gericht ist frühestens 2028 zu erwarten. Fehske warnt, die Rückforderung setze ein gefährliches Präzedenzfall für unabhängige Apotheken.

Das Urteil in diesem Fall könnte weitreichende Folgen für den Umgang von Apotheken mit hochpreisigen Medikamenten haben. Sollte die Rückforderung Bestand haben, würde Fehske mit einer erheblichen finanziellen Belastung zurückbleiben. Zudem verdeutlicht der Fall die Spannungen zwischen Apothekern und Krankenkassen bei der Auslegung der Arzneimittelversorgungsregeln.

Quelle