09 March 2026, 22:18

Artenschutz-Skandal: Wie Amprion die bedrohte Kreuzkröte in Osterath gefährdet

Ein Schild an einem Kettenzaun trägt die Aufschrift "Keine Tiere erlaubt" und ist umgeben von saftigem Grün, Pflanzen und Bäumen, mit einer Wand im Hintergrund und einem klaren blauen Himmel darüber.

Artenschutz-Skandal: Wie Amprion die bedrohte Kreuzkröte in Osterath gefährdet

Bedenken bei Artenschutz während Amprion-Bauarbeiten in Osterath

Die Aktionsgruppe Meerbusch für Tierrechte und Naturschutz untersucht seit 2023 die Baustelle von Amprion in Osterath – mit besorgniserregenden Erkenntnissen. Wiederholt sei es dem Unternehmen demnach nicht gelungen, die heimische Tierwelt ausreichend zu schützen, darunter die streng geschützte Kreuzkröte.

Laut Dokumentation der Gruppe gab es zwischen Ende Juni 2023 und Ende November 2025 Lücken im Amphibien- und Reptilienschutzzaun. Amprion hatte zwar behauptet, dieser sei bis zum 31. März 2023 fertiggestellt worden, doch Beweise zeigen, dass er monatelang unvollendet blieb. Zudem blieben Zugangstore nachts geöffnet, sodass Amphibien auf das Gelände gelangen konnten.

Weitere Probleme kamen ans Licht, als die Untere Naturschutzbehörde (UNB) ein stark geschwärztes Dokument vorlegte: Von acht Seiten waren siebeninhalb unlesbar gemacht worden – inklusive aller Fotos. Ein Abgleich mit den eigenen Aufnahmen der Aktivisten war damit unmöglich. Sowohl die UNB als auch Amprion stehen in der Kritik, die Baugenehmigung überstürzt und ohne ausreichende Prüfung erteilt zu haben.

Die Gruppe wandte sich mehrfach an beide Stellen, erhielt jedoch keine zufriedenstellenden Antworten. Daraufhin beauftragte sie eine auf Umweltrecht spezialisierte Anwältin, um rechtlich gegen die mangelhaften Artenschutzmaßnahmen vorzugehen. Die UNB räumte später ein, dass Tore im Winter wegen Frostgefahr offen bleiben dürfen, ordnete aber an, sie nachts zu schließen.

Zudem wurden im Ausgleichsgebiet Süd-Osterath keine neuen Mulden oder Senken angelegt, die der Fortpflanzung der Kreuzkröte dienen könnten. Die Art zählt zu den am stärksten bedrohten Amphibien Mitteleuropas und steht unter strengem gesetzlichem Schutz.

Die Aktionsgruppe hat nun juristische Schritte eingeleitet, um die mutmaßlichen Versäumnisse beim Artenschutz anzuprangern. Zwar hat die UNB einige Mängel eingeräumt und Amprion zu einer besseren Zaunwartung aufgefordert – doch Sorgen bleiben: vor allem wegen fehlender neuer Laichgewässer für die Kreuzkröte und der generellen Wirksamkeit der Schutzvorkehrungen.