Asien zieht bei Batterie-Innovationen an Europa und den USA vorbei
Kristiane DippelAsien zieht bei Batterie-Innovationen an Europa und den USA vorbei
Eine neue Studie zeigt eine wachsende Kluft in der Innovationskraft bei Batterietechnologien zwischen Asien und dem Westen auf. Forscher aus Deutschland, Großbritannien und dem Fraunhofer-Institut für Batteriezellen FFB analysierten den globalen Wettbewerb anhand von Patenten und Strategien. Ihre Ergebnisse deuten darauf hin, dass Europa und die USA bei der Entwicklung der nächsten Batteriegeneration ins Hintertreffen geraten könnten.
Die Untersuchung bewertete die Innovationsleistung anhand der Qualität und Quantität von Patenten. Dabei wurde deutlich, dass Asien – insbesondere China, Japan und Südkorea – die Entwicklung zukunftsweisender Batterietechnologien vorantreibt. Während Japan und Südkorea auf Hochenergielösungen setzen, verfolgt China sowohl hochenergetische als auch kostengünstige Ansätze.
Europa und die USA hingegen konzentrieren sich vor allem auf die Weiterentwicklung bestehender Lithium-Ionen-Batterien. Diese Fokussierung auf die etablierte Wertschöpfungskette macht sie anfällig dafür, ihren technologischen Vorsprung zu verlieren. Prof. Stephan von Delft warnt, dass sich die Innovationslücke ohne stärkere Investitionen in zukünftige Batterie-Wertschöpfungsketten weiter vergrößern werde.
Er betont zudem die Notwendigkeit eines intensiveren Wissensaustauschs mit den führenden asiatischen Akteuren. Eine solche Zusammenarbeit könnte dem Westen helfen, in diesem für die Energiewende und Mobilitätswende entscheidenden Bereich wettbewerbsfähig zu bleiben.
Die Studie unterstreicht die Bedeutung von Batterien der nächsten Generation für globale Energiesysteme und den Verkehrssektor. Europa und die USA müssen schnell handeln, um Förderung und Kooperationen auszubauen. Ohne diese Maßnahmen könnten ihre technologische Souveränität und Marktposition weiter schwächen.
