25 March 2026, 02:16

Baden-Baden ehrt Nijinsky und Pawlowa mit einem einzigartigen Ballettfestival

Plakat für eine 1909er Pariser Ballettvorstellung mit dem Titel "Saison Russe", das eine gemalte Tänzerin in einer anmutigen Pose zeigt, mit "Opera et Ballet" in fetter Schrift darüber.

Baden-Baden ehrt Nijinsky und Pawlowa mit einem einzigartigen Ballettfestival

Baden-Baden feiert seine glanzvolle Ballettgeschichte mit einem Festival zu Ehren zweier Legenden

Vor über einem Jahrhundert traten Wasslaw Nijinsky und Anna Pawlowa in der deutschen Kurstadt während eines prägenden Sommers auf. Nun kehrt ihr Erbe mit einer Ausstellung und Aufführungen zurück, kuratiert vom Choreografen John Neumeier.

Das Festival Die Welt des John Neumeier findet vom 2. bis 12. Oktober statt und würdigt die tiefen Verbindungen zwischen der Stadt und den revolutionärsten Persönlichkeiten des Balletts.

Im August 1913 wohnte Nijinsky im Grandhotel Stephanie – heute als Brenners Parkhotel bekannt – und arbeitete an seiner bahnbrechenden Choreografie. Obwohl Le Sacre du Printemps bereits drei Monate zuvor in Paris uraufgeführt worden war, vollendete er Teile des umstrittenen Balletts in Baden-Baden. Seine psychische Gesundheit war bereits labil, doch gemeinsam mit Sergei Djagilew begann er während dieses Aufenthalts auch die Planung eines von Bach inspirierten Balletts.

Im selben Monat reiste Anna Pawlowa an, um am 26. August ihren ikonischen Sterbenden Schwan aufzuführen. Ihr Auftritt hatte große Vorfreude geweckt, doch es kam zu Spannungen, als sie mit ihrem Tanzpartner aneinandergeriet. Sowohl Nijinsky als auch Pawlowa waren Stars der Ballets Russes, einer Kompanie, die den Spitzentanz und das moderne Ballett in den frühen 1900er-Jahren neu definierte.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Ein Jahrhundert später ehrt John Neumeier diese Pioniere. Sein Ballett Nijinsky aus dem Jahr 2000 wird während des Festivals gezeigt, ebenso wie Epilog, das die Veranstaltung vom 10. bis 12. Oktober beschließt. Eine Ausstellung im Stadtmuseum Baden-Baden, die am 3. Oktober eröffnet, präsentiert Neumeiers private Sammlung mit Erinnerungsstücken, die mit Nijinsky und Pawlowa verbunden sind. Neumeier bezeichnete Nijinsky als den "größten Visionär der Ballettkunst" und unterstreicht damit seinen anhaltenden Einfluss.

Das Festival verbindet Geschichte und zeitgenössischen Tanz und präsentiert Werke, die von Nijinskys radikalem Schaffen inspiriert sind. Neumeiers Ausstellung und Aufführungen laufen bis zum 12. Oktober und bieten einen seltenen Einblick in die prägende Ära des Balletts. Baden-Badens Rolle in diesem Erbe steht damit erneut im Rampenlicht.

Quelle