Bayer-Lobbyist warnt: Europas Landwirtschaft braucht dringend neue Technologien
Horst-Dieter GertzTop-Manager fürchten wirtschaftlichen Graben zum USA - Bayer-Lobbyist warnt: Europas Landwirtschaft braucht dringend neue Technologien
Europas landwirtschaftliche Zukunft droht ohne neue Technologien ernsthafte Risiken, warnt Matthias Berninger, der Chef-Lobbyist von Bayer. Gleichzeitig betonte er, dass die wachsende Spaltung zwischen Europa und den USA die langfristige wirtschaftliche Stabilität beider Regionen gefährdet.
Die Äußerungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem der Agrarchemie-Konzern Bayer weiterhin mit den Folgen seiner umstrittenen Übernahme von Monsanto im Jahr 2018 kämpft – ein Deal, der teure Klagen wegen des umkämpften Unkrautvernichters Glyphosat nach sich zog.
Berninger unterstrich, dass Europa fortschrittliche Agrartechnologien annehmen müsse, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Ohne die Zulassung von Innovationen wie genomeditierten Nutzpflanzen drohten dem Kontinent erhebliche Rückgänge bei der Weizenproduktion. Er verwies darauf, dass die öffentliche Debatte über diese Technologien in den letzten Jahren pragmatischer geworden sei.
Gleichzeitig warnte er davor, den damaligen US-Präsidenten Donald Trump unnötig zu provozieren. Stattdessen müsse Europa seine Stärken ausspielen und gleichzeitig interne Schwächen angehen. Berninger betonte die Bedeutung einer starken transatlantischen Partnerschaft, da eine Entfremdung beide Seiten auf der globalen Bühne schwächen würde.
Rechtliche Fortschritte haben Bayer kürzlich finanziell entlastet. Das Unternehmen erwartet, die mit Glyphosat verbundenen Verbindlichkeiten bis Jahresende deutlich zu reduzieren – was bereits zu einem Anstieg des Bayer Aktiekurses beigetragen hat. Doch die übergeordnete wirtschaftliche Bedrohung bleibt bestehen: Sollten sich Europa und die USA weiter voneinander entfernen, könnte ihr gemeinsamer Einfluss schrumpfen.
Berningers frühere Analysen deuten darauf hin, dass Europa sich auf zentrale Bereiche konzentrieren sollte, um dem Druck der USA zu begegnen. Dazu gehören die Stärkung der auf der UN-Charta basierenden internationalen Ordnung, die Vertiefung der NATO-Verteidigungszusammenarbeit trotz Spannungen sowie die Sicherung arktischer Handelsrouten – etwa durch den Schutz Grönlands vor US-amerikanischen Ansprüchen. Zudem empfahl er die Vorbereitung von Gegenzöllen, um Trumps Handelsdrohungen und territoriale Ambitionen abzufedern.
Bayers Erholung von den Glyphosat-Klagen markiert einen Wendepunkt für den Konzern. Doch Berningers Warnungen verweisen auf noch größere Herausforderungen: Europa muss neue Agrartechnologien vorantreiben und die Bindungen zu den USA festigen, um langfristige wirtschaftliche Schäden zu vermeiden.
Ohne entschlossenes Handeln droht dem Kontinent nicht nur der Rückstand in der Landwirtschaft, sondern auch zunehmender Druck in Handel und Sicherheit von jenseits des Atlantiks, insbesondere von Breuninger wie Trump.






