Betrüger erpressen Balkon-Solar-Besitzer mit gefälschten Bundesnetzagentur-Briefen
Christoph DöhnBetrüger erpressen Balkon-Solar-Besitzer mit gefälschten Bundesnetzagentur-Briefen
Betrüger verschicken gefälschte Schreiben an Besitzer von Balkon-Solaranlagen und fordern Gebühren für angebliche Meldepflichtverstöße
Die Masche nutzt die Angst vor tatsächlichen gesetzlichen Vorgaben aus und täuscht Empfänger mit erfundenen Strafzahlungen. Nun warnen Behörden vor den täuschenden Briefen.
In den gefälschten Schreiben geben sich die Absender als Bundesnetzagentur aus. Den Empfängern wird vorgeworfen, ihre Photovoltaik-(PV)-Anlagen nicht im Marktstammdatenregister angemeldet zu haben. Es wird eine „Strafe“ von 41,60 Euro gefordert – bei Nichtzahlung innerhalb von 14 Tagen drohe eine Erhöhung auf 208 Euro.
Doch die Schreiben enthalten Fehler, die ihre Fälschung entlarven: Die angegebenen Telefonnummern führen mit falschen Vorwahlen wie 0229 oder 0223 für Bonn ins Leere – solche Nummernkreise existieren nicht. Auch die E-Mail-Adresse [email protected] gehört nicht zur Behörde. Zudem stimmt die Absenderadresse nicht mit dem tatsächlichen Standort der Bundesnetzagentur überein.
Tatsächlich müssen Besitzer kleiner Balkon-Solaranlagen ihre Anlagen zwar innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme registrieren – doch die Behörde bestätigt, dass es sich bei den Briefen um Fälschungen handelt. Sie rät Empfängern, die Zahlungsaufforderung zu ignorieren und den Betrugsversuch bei der Polizei anzuzeigen.
In den gefälschten Schreiben werden die Besitzer zudem aufgefordert, einen jährlichen EEG-Bericht einzureichen – ein weiterer Versuch, Opfer unter falschen Fristen unter Druck zu setzen.
Die Bundesnetzagentur hat bestätigt, dass es sich um eine Betrugsmasche handelt. Empfänger sollten nicht antworten, kein Geld überweisen und stattdessen Anzeige erstatten, um die Täter hinter der betrügerischen Kampagne zu ermitteln.






