Betrügerbanden-Prozess in Münster: Senioren um 162.000 Euro gebracht

Nina Pohl
Nina Pohl
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Eine alte Visitenkarte mit einem Bild eines Schmuckherstellers und Text, der dessen Dienstleistungen beschreibt.Nina Pohl

Betrügerbanden-Prozess in Münster: Senioren um 162.000 Euro gebracht

Vor dem Landgericht Münster muss sich ein 26-jähriger Mann wegen seiner mutmaßlichen Beteiligung an einem organisierten Betrugsring verantworten. Die Bande hatte es gezielt auf ältere Opfer abgesehen, gab sich als Polizisten aus und erbeutete Bargeld sowie Schmuck. Die Behörden beziffern den Gesamt-Schaden aus sechs nachgewiesenen Fällen auf 162.000 Euro.

Die Masche der Betrüger bestand darin, sich als Beamte auszugeben, die die Opfer vor angeblichen Einbrüchen in ihren Wohnungen warnten. Zwei Senioren aus Beckum und Sendenhorst gehörten zu den Geschädigten, die auf diese Weise zur Herausgabe von Wertsachen bewegt wurden. Im Laufe der Ermittlungen wurden weitere Fälle in Ostwestfalen aufgedeckt.

Der Angeklagte soll unter anderem Wohnungen in der Türkei angemietet haben, die mutmaßlich als Basis für betrügerische Anrufe und die Annahme gestohlener Waren dienten. Der Beschuldigte hat signalisiert, mit dem Gericht zusammenzuarbeiten und eine Aussage machen zu wollen.

Vier Verhandlungstermine sind für März angesetzt. Bei einer Verurteilung droht dem Mann eine mehrjährige Haftstrafe.

Im Mittelpunkt des Prozesses stehen sechs Betrugsfälle mit einem Gesamtschaden von 162.000 Euro. Ein Urteil wird nach den März-Verhandlungen erwartet. Der Fall zeigt die Methoden auf, mit denen ältere Bewohner in der Region Münster systematisch ausgenutzt wurden.