Betrunkener Schiedsrichter pfiff 1975 die Bundesliga-Halbzeit zu früh ab

Nina Pohl
Nina Pohl
2 Min.
Ein Schwarz-Weiß-Bild einer Gruppe von Männern, die auf einem Feld Fußball spielen, mit Zuschauern im Hintergrund und einem Banner mit der Aufschrift "Bundesliga 1978-79 Ajax 1-1 Hannover 96."Nina Pohl

Betrunkener Schiedsrichter pfiff 1975 die Bundesliga-Halbzeit zu früh ab

Ein kurioser Vorfall erschütterte 1975 die Bundesliga, als Schiedsrichter Wolf-Dieter Ahlenfelder ein Spiel in Bremen unter Alkoholeinfluss leitete. Es war erst sein drittes Spiel in der höchsten Spielklasse, doch die Partie nahm eine überraschende Wendung, als er die erste Halbzeit 13 Minuten zu früh abpfiff – und die Schuld seinem Uhrwerk gab. Die Geschichte machte schnell die Runde und sorgte selbst beim damaligen Präsidenten von Werder Bremen für Heiterkeit.

Vor dem Spiel hatte Ahlenfelder eingeräumt, ein Bier und einen Malteser-Likör getrunken zu haben. Sein auffälliges Verhalten löste Besorgnis aus, woraufhin Funktionäre zu drastischen Maßnahmen griffen: Sie sollen ihn geduscht und mit VapoRub eingerieben haben, um den Alkoholgeruch zu überdecken und ihn wachzuhalten.

Medien wie Bild und Kicker berichteten mit humorvollem Unterton über den Vorfall. Bild kommentierte legendär: "Noch nie hat so wenig Alkohol so viel Freude bereitet." Selbst die Vereinsführung fand die Situation amüsant – der damalige Präsident scherzte, man solle bei einem derart unterhaltsamen Spektakel die Ticketpreise erhöhen.

Trotz des Eklats verlief Ahlenfelders Karriere jedoch nicht wie erwartet. Öffentliche Aufzeichnungen bis 2026 zeigen keine weiteren bedeutenden Spiele oder Entscheidungen, die seinen Ruf gefestigt hätten. Doch der Vorfall hinterließ in Bremen Spuren: Eine Kneipe in der Nähe des Weser-Stadions wurde später nach ihm benannt – das "Ahlenfelder". Bis heute bedeutet es dort, ein "Ahlenfelder" zu bestellen, ein Bier mit einem Schuss Malteser-Likör zu erhalten – eine Tradition, die nun seit über 50 Jahren lebt.

Das Spiel von 1975 bleibt eine skurrile Fußnote der Bundesliga-Geschichte. Zwar blühte Ahlenfelders Schiedsrichterlaufbahn nicht auf, doch die Geschichte seines betrunkenen Fehltritts überdauerte. Der lokale Brauch des "Ahlenfelder"-Drinks hält die Erinnerung wach und verwandelte einen seltsamen Moment in ein Stück Fußball-Folklore.