Bewegende Holocaust-Gedenkfeier in Willich verbindet Vergangenheit und Gegenwart

Horst-Dieter Gertz
Horst-Dieter Gertz
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Ein steinernes Gebäude mit einem Fenster und einer Gedenktafel für die Opfer des Holocaust, mit eingraviertem Text.Horst-Dieter Gertz

Bewegende Holocaust-Gedenkfeier in Willich verbindet Vergangenheit und Gegenwart

In Willich, Nordrhein-Westfalen, fand eine feierliche Gedenkveranstaltung statt, um der Opfer des Holocaust zu gedenken. Die Zusammenkunft umfasste musikalische Darbietungen, Reden sowie eine Kranzniederlegung am örtlichen Holocaust-Mahnmal. Unter den Teilnehmenden befand sich auch der ehemalige Bürgermeister Heinz-Hubert Kürten, der Willich von 1999 bis 2020 führte.

Die Veranstaltung begann mit einem Gebetsgottesdienst in der Schneekapelle, wo Bachs Air eine nachdenkliche Stimmung schuf. Im Anschluss begaben sich die Anwesenden zum Holocaust-Mahnmal, wo eine Kranzniederlegung stattfand. Der letzte Teil der Gedenkfeier fand im Pädagogischen Zentrum der Schule statt, wo Schülerinnen, Schüler und Gäste zu weiteren Ehrungen zusammenkamen.

Auf Roll-up-Displays wurden die Lebensgeschichten und Schicksale der jüdischen Männer, Frauen und Kinder aus Willich dokumentiert, die während der NS-Zeit ermordet wurden. Von Schülerinnen und Schülern gestaltete Banner erinnerten an lokale Opfer, darunter Rosetta und Albert Salm, Lina Wallach und andere. Eine Klavierinterpretation von Bodo Wartkes Das Land, in dem ich leben will unterstrich die emotionale Tiefe des Anlasses. Schulleiterin Andrea Großkraumbach betonte die Bedeutung von Bildung für die Bewahrung demokratischer Werte. Gleichzeitig warnte sie vor dem Erstarken von Antisemitismus und Rassismus in der heutigen Gesellschaft. Max Mamrotski, Vertreter der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, verband den Holocaust mit aktueller Hassgewalt und rief die Jugendlichen dazu auf, Vorurteilen entschlossen entgegenzutreten, wo immer sie ihnen begegnen. Willichs amtierender Bürgermeister Christian Pakusch appellierte an die jungen Menschen, wachsam gegenüber Bedrohungen zu bleiben, denen religiöse Minderheiten ausgesetzt sind. An der Veranstaltung nahmen zudem Vertreter aus lokaler Politik, Verwaltung und Kirche teil, was ihre Bedeutung für die Gemeinschaft unterstrich.

Die Gedenkfeier brachte Schülerinnen und Schüler, Amtsträger sowie religiöse Würdenträger zusammen, um der im Holocaust ermordeten Menschen zu gedenken. Reden und Ausstellungen thematisierten sowohl die historischen Gräueltaten als auch die anhaltenden Gefahren von Diskriminierung. Die Organisatoren hoffen, dass die Veranstaltung zu anhaltender Wachsamkeit gegen Hass in all seinen Formen anregt.