Bielefelder Betrügerbanden-Prozess: 167 Straftaten durch Pfusch am Bau und Abzocke
Horst-Dieter GertzBetrugsvorwürfe: Überteuerte Rechnungen, Kein Service - Bielefelder Betrügerbanden-Prozess: 167 Straftaten durch Pfusch am Bau und Abzocke
Eine Bande von fünf Männern aus Bielefeld ist wegen 167 Straftaten im Zusammenhang mit einem langjährigen Betrugsring angeklagt worden. Die Gruppe soll Kunden mit mangelhaften oder gar nicht erbrachten Schädlingsbekämpfungs- und Rohrreinigungsdienstleistungen geprellt haben. Die Behörden schätzen den durch ihre Machenschaften entstandenen Gesamtschaden auf etwa 113.500 Euro.
Die kriminellen Aktivitäten begannen im August 2018 und zogen sich über sechs Jahre hin. Die Männer, zwischen 28 und 33 Jahre alt, führten die Arbeiten meist selbst nicht aus, sondern heuerten stattdessen unqualifizierte Hilfskräfte an. Kunden wurden unter Druck gesetzt, sofort zu zahlen – bar oder per Karte –, obwohl sie schlechte oder gar keine Leistungen erhielten.
Erst nach über 400 Beschwerden kam es im September 2024 zu ihrer Festnahme. Die Ermittler entdeckten Beweise für schwere Schäden, darunter Küchenexplosionen und verunreinigte Dächer, die auf die pfuschigen Arbeiten zurückgingen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die 167 angeklagten Delikte nur ein Bruchteil ihrer Straftaten sein könnten, und vermutet, dass die Bande bundesweit mit weiteren Komplizen zusammengearbeitet haben könnte.
Den Männern wird vorgeworfen, stark überteuerte Rechnungen ausgestellt zu haben, während die Arbeiten entweder schlecht oder gar nicht ausgeführt wurden. Die Behörden nehmen an, dass die Täter den Betrug vor allem aus dem Hintergrund organisierten und nur gelegentlich selbst tätig wurden.
Der Fall der Anklagebehörde zeigt das Ausmaß der kriminellen Machenschaften: Die Opfer erlitten finanzielle Verluste und Sachschäden. Bei einer Verurteilung drohen den Männern erhebliche Strafen für ihre Rolle in diesem flächendeckenden Betrugsnetz. Die Ermittlungen zu möglichen weiteren Verbindungen laufen noch.






