22 March 2026, 02:14

BP verkauft Gelsenkirchener Raffinerie – 1.800 Jobs wechseln den Besitzer

Balkendiagramm, das die Wertminderungen von Ölunternehmen zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

BP verkauft Gelsenkirchener Raffinerie – 1.800 Jobs wechseln den Besitzer

BP verkauft Raffinerie in Gelsenkirchen an Klesch Group – 1.800 Mitarbeiter wechseln den Besitzer

BP veräußert seine deutsche Raffinerie in Gelsenkirchen an die Klesch Group – ein Deal, der rund 1.800 Mitarbeiter mit sich bringt. Der Schritt erfolgt im Rahmen beschleunigter Umstrukturierungspläne des Konzerns, während die Ölpreise weiter steigen. Analysten reagieren bereits positiv auf den Verkauf, der die Verbindlichkeiten von BP um bis zu 1,7 Milliarden US-Dollar verringern könnte.

Die Raffinerie in Gelsenkirchen verarbeitet jährlich 12 Millionen Tonnen Rohöl. Ihr Verkauf ist Teil von BPs umfassender Strategie, bis 2027 Vermögenswerte im Wert von 20 Milliarden US-Dollar abzubauen – mehr als die Hälfte dieses Ziels ist bereits erreicht. Zudem hat das Unternehmen sein Sparziel auf 6,5 bis 7,5 Milliarden US-Dollar bis zum selben Jahr erhöht, um die Cashflow-Situation zu stabilisieren und die finanzielle Lage zu stärken.

Gleichzeitig verleiht der starke Anstieg der Ölpreise BPs Umstrukturierung zusätzliche Dringlichkeit. Die Nordsee-Sorte Brent kletterte jüngst auf 112 US-Dollar pro Barrel, nachdem Blockaden in der Straße von Hormus fast 20 Prozent der globalen Öl- und Flüssiggas-Transporte behinderten. Der Preisschub kommt zu einer Zeit, in der BP in den USA mit Arbeitskonflikten konfrontiert ist: Nach gescheiterten Tarifverhandlungen wurden 800 Gewerkschaftsmitglieder in der Whiting-Raffinerie im Bundesstaat Indiana ausgeschlossen. Trotz des Streits betont die Unternehmensführung, dass die Produktion nicht wesentlich beeinträchtigt werde.

Unterdessen hat die US-Regierung die Lieferkettenbelastungen durch eine 60-tägige Aussetzung des Jones Act gelindert. Dadurch dürfen ausländische Schiffe vorübergehend Waren zwischen US-Häfen transportieren – eine Notlösung angesichts größerer logistischer Herausforderungen.

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Der Raffinerieverkauf und die Sparmaßnahmen sollen BP mehr finanzielle Spielräume verschaffen. Die Bank HSBC hat ihre Bewertung für das Unternehmen bereits von "Reduzieren" auf "Halten" angehoben und verweist dabei auf sinkende Verbindlichkeiten und eine solidere Bilanz. Angesichts hoher Ölpreise und laufender Restrukturierungen werden BPs nächste Schritte seine Position auf dem volatilen Energiemarkt entscheidend prägen.

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