26 June 2026, 12:15

Brasilien versteigert 68 Ölblöcke im Amazonas – trotz Klimazielen und Protesten

Brasilien wegen angeblicher Klimahypokrisie angeklagt: Amazonien-Ölblöcke vor COP30 versteigert

Brasilien versteigert 68 Ölblöcke im Amazonas – trotz Klimazielen und Protesten

Brasiliens Öl- und Gasbehörde versteigerte am 17. Juni 2025 große Fossilbrennstoff-Lizenzen

Bei einer umstrittenen Auktion bot die brasilianische Regulierungsbehörde 172 Erdöl- und Erdgasblöcke an – davon liegen 68 im Amazonasgebiet. Kritiker werfen der Regierung vor, damit gegen nationale Klimaziele und internationale Verpflichtungen zu verstoßen.

Die Nationale Agentur für Erdöl, Erdgas und Biokraftstoffe (ANP) versteigerte 47 Blöcke an der Amazonasmündung, von denen 19 an Unternehmen gingen. Die verkauften Flächen umfassen 16.312 Quadratkilometer Meeresgebiet. Die Rechte sicherten sich Chevron, CNPC, ExxonMobil und der staatliche Konzern Petrobras.

Rechtliche Hindernisse und mangelnde Umweltprüfungen Noch vor der Auktion beantragte die Bundesstaatsanwaltschaft eine einstweilige Verfügung, um die Versteigerung zu stoppen. Begründet wurde dies mit Verfahrensmängeln und fehlenden Umweltverträglichkeitsprüfungen. Eine vorgeschriebene Umweltbewertung der Sedimentgebiete (AAAS), die eine verantwortungsvolle Planung gewährleisten soll, wurde vor dem Verkauf nicht durchgeführt.

Zudem wurden indigene und traditionelle Gemeinschaften in der Region nicht konsultiert. Ihre nach dem Übereinkommen 169 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) vorgeschriebene freie, vorherige und informierte Zustimmung wurde nicht eingeholt. Juristen warnen, dass die Auktion gegen verfassungsrechtliche und internationale Pflichten Brasiliens verstoßen könnte.

Klimaziele vs. Fossilförderung: Widersprüchliche Signale Umweltorganisationen kritisieren, dass Brasilien sein Potenzial für erneuerbare Energien ignoriert. Mit reichlich Wind-, Solar- und Wasserkraftressourcen verpasse das Land die Chance, sich von fossilen Brennstoffen zu lösen. Die Zivilgesellschaft fordert, die Klimarhetorik des Landes mit konkreten Maßnahmen in Einklang zu bringen – besonders vor dem Hintergrund der anstehenden Ausrichtung der UN-Klimakonferenz COP30.

Risiko für Brasiliens Klimaführerschaft Die Auktion untergräbt den Ruf Brasiliens als globaler Vorreiter im Umweltschutz. Fehlende Umweltprüfungen und die Missachtung indigener Rechte könnten zudem rechtliche und diplomatische Konsequenzen nach sich ziehen.

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