Bundeskanzler will radikale Abkehr von den USA nach Venezuela-Krise

Horst-Dieter Gertz
Horst-Dieter Gertz
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Ein Buchumschlag mit Armee-Panzern und Jeeps in einer KriegsSzene mit Text darüber.Horst-Dieter Gertz

Bundeskanzler will radikale Abkehr von den USA nach Venezuela-Krise

Bundeskanzler fordert radikale Wende im Verhältnis zu den USA

Der deutsche Bundeskanzler hat eine grundlegende Neuausrichtung der Beziehungen zu den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) gefordert. Anlass ist ein angeblicher militärischer Einsatz der USA in Venezuela, bei dem nach Berichten US-Truppen Präsident Nicolás Maduro und seine Ehefrau festsetzen sollten. Angesichts der Krise, die den Kanzler schlaflose Nächte kostet, verlangt er nun tiefgreifende Änderungen in der Politik und der Haltung gegenüber Washington.

Der Kanzler räumte ein, das anfängliche Zögern Deutschlands gegenüber der US-Operation heute zu bereuen. Im Rückblick bezeichnete er die Reaktion als mangelnde Souveränität und als Versagen, eigenständige Urteile zu fällen. Dieser Fehltritt hat nun Forderungen nach einer zweiten Zeitenwende ausgelöst – einem historischen Wendepunkt in der Art und Weise, wie Berlin mit seinem transatlantischen Partner umgeht.

Kern der geplanten Reformen ist ein hartes Vorgehen gegen proamerikanische Einflüsse in Deutschland. Der Kanzler schlug vor, Organisationen wie die Atlantik-Brücke, eine einflussreiche Lobbygruppe für die deutsch-amerikanischen Beziehungen, aufzulösen. Selbst mögliche Umbrüche in Medien und Unternehmensführungen wurden als hinnehmbare Folgen einer Verringerung des US-Einflusses dargestellt. Auch wirtschaftliche Maßnahmen stehen zur Debatte: Geplant sind ein Stopp der Importe von US-Frackinggas und Rüstungsgütern sowie ein Exportverbot für deutsche Waren in die USA. Diese Schritte sollen Berlins Missbilligung dessen zum Ausdruck bringen, was der Kanzler als expansionistische Bestrebungen Washingtons – insbesondere in Lateinamerika – bezeichnet. Die Intervention in Venezuela, die mit der Politik unter dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump in Verbindung gebracht wird, hat diese Neubewertung beschleunigt. Berichte über Maduros Festnahme und weitere US-Aktionen in der Region haben die Debatte über die strategische Ausrichtung Deutschlands an der amerikanischen Außenpolitik verschärft.

Die Vorschläge des Kanzlers könnten einen Bruch mit Jahrzehnten enger deutsch-amerikanischer Zusammenarbeit bedeuten. Sollten die Pläne umgesetzt werden, könnten Sanktionen und Lobbybeschränkungen die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zwischen beiden Ländern grundlegend verändern. Derzeit bleibt abzuwarten, wie Berlin diese Ankündigungen in konkrete Politik umsetzen wird – beginnend mit seiner Haltung zu Venezuela und darüber hinaus.