Bundeskartellamt verhängt weniger Bußgelder im Jahr 2025

Horst-Dieter Gertz
Horst-Dieter Gertz
2 Min.
Ein Druckerbox mit einem Blatt Papier darauf, auf dem der Text 'Hör auf zu reden' steht, und einem weiteren Blatt auf dem Tisch, auf dem der Text 'Fucking genius' steht.Horst-Dieter Gertz

Bundeskartellamt verhängt weniger Bußgelder im Jahr 2025

Bundeskartellamt verhängt 2025 deutlich weniger Bußgelder

Teaser: Das Bundeskartellamt hat 2025 deutlich weniger Bußgelder wegen Kartellverstößen verhängt – deutlich weniger als im Vorjahr.

Veröffentlichungsdatum: 22. Dezember 2025, 05:38 Uhr

Stichwörter: Finanzen, Wirtschaft, Allgemeine Nachrichten, Kriminalität und Justiz

Artikeltext: Die Bußgelder für Kartellverstöße sind 2025 stark zurückgegangen: Das Bundeskartellamt verhängte lediglich Strafen in Höhe von 10 Millionen Euro – ein deutlicher Rückgang gegenüber den 26 Millionen Euro des Vorjahres. Behördenvertreter wiesen darauf hin, dass die jährlichen Summen oft stark schwanken, je nachdem, wann große Verfahren abgeschlossen werden.

Zu den Bußgeldern des Bundeskartellamts 2025 gehörte eine Strafe von 6 Millionen Euro gegen den Audioausrüster Sennheiser. Das Unternehmen hatte Händler unter Druck gesetzt, die Ladenpreise zu erhöhen. Ein weiterer Fall betraf das österreichische Unternehmen Messtechnik, das im Dezember mit 330.000 Euro wegen seiner Beteiligung an einem jahrzehntelangen Kartell im Bereich der Unterzähler-Technik belegt wurde.

Schon früher im Jahr hatte die EU-Kommission deutlich höhere Strafen verhängt: Die Lieferdienste Delivery Hero und Glovo mussten im Juni 329 Millionen Euro wegen Kartellverstößen zahlen. Gleichzeitig erhielt das Bundeskartellamt 2025 rund 600 anonyme Hinweise, was die anhaltenden Bemühungen unterstreicht, illegale Absprachen aufzudecken. Kartelle bleiben ein zentrales Ziel der Aufsichtsbehörden, da sie den Wettbewerb verzerren und die Verbraucherpreise in die Höhe treiben.

In früheren Jahren waren die Strafen deutlich höher ausgefallen, etwa 2019 mit 848 Millionen Euro – der Großteil davon entfiel auf ein einziges Verfahren gegen Stahlproduzenten wegen Preisabsprachen. Der Rekord stammt jedoch aus dem Jahr 2014, als die Bußgelder insgesamt 1,1 Milliarden Euro betrugen. Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts, hatte bereits früher auf die Schwierigkeiten hingewiesen, in Kartellverfahren belastbare Beweise zu sammeln. So lag die Summe 2023 bei nur 2,8 Millionen Euro – ein ungewöhnlich niedriger Wert, der auf pandemiebedingte Verzögerungen in Gerichtsverfahren zurückzuführen war.

Die Zahlen für 2025 spiegeln ein ruhigeres Jahr bei der Kartellbekämpfung in Deutschland wider, während die Strafen in anderen Teilen Europas weiterhin beträchtlich ausfielen. Die Behörden setzen weiterhin auf Whistleblower und Hinweisgeber, um illegale Praktiken aufzudecken. Die starken jährlichen Schwankungen zeigen, wie stark die Gesamtsummen von einigen wenigen Großverfahren geprägt werden.