Bundeskartellamt warnt: Tech-Giganten wie Google gefährden fairen Wettbewerb in der KI-Branche

Nina Pohl
Nina Pohl
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Ein buntes Design auf der rechten Seite mit den Wörtern "AI, Apps, IoT" darauf vor einem weißen Hintergrund.Nina Pohl

Bundeskartellamt warnt: Tech-Giganten wie Google gefährden fairen Wettbewerb in der KI-Branche

Andreas Mundt, der Präsident des deutschen Bundeskartellamts, hat gewarnt, dass die Vorherrschaft der Tech-Giganten im Technologiesektor den fairen Wettbewerb bedroht. Besonders kritisch sieht er die Kontrolle über Cloud-Dienste, den Zugang zu Daten sowie die Kapitalmacht von Konzernen wie Google und Meta. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der Europa über strengere wirtschaftliche Rahmenbedingungen diskutiert, um gleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen.

Mundt betonte, dass echter Wettbewerb im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) bisher auf grundlegende Modelle beschränkt bleibe – also die Kerntechnologie hinter Tools wie ChatGPT oder Googles NotebookLM. Außerhalb dieses engen Segments sei der Markt stark zugunsten der etablierten Großkonzerne verzerrt. Diese Schieflage, so Mundt, gefährde Innovationen und schließe kleinere Akteure aus.

Gleichzeitig warnte er, dass neue Regulierungen wie das KI-Gesetz (AI Act) unbeabsichtigt die Macht der Tech-Riesen weiter stärken könnten, indem sie Hürden für Start-ups aufbauen. Ähnliches habe man bereits bei der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) beobachtet: Während große Unternehmen sich leichter anpassten, belasteten die Vorschriften kleinere Firmen überproportional. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, plädierte Mundt für eine konsequentere Wirtschaftspolitik in Europa. Ein zentraler Vorschlag ist die Schaffung einer echten Kapitalmarktunion innerhalb der EU. Diese würde Start-ups den Zugang zu Finanzmitteln erleichtern und ihnen ermöglichen, wirksamer gegen die etablierten Marktführer zu konkurrieren.

Mundts Warnungen unterstreichen die dringende Notwendigkeit einer ausgewogenen Regulierung der Tech-Branche. Ohne durchdachte politische Gestaltung, so seine Argumentation, könnten neue Regeln die Dominanz der Großkonzerne noch weiter verfestigen. Sein Appell für eine Kapitalmarktunion zeigt, dass strukturelle Reformen nötig sind, um fairen Wettbewerb in Europas digitaler Wirtschaft zu fördern.