13 April 2026, 10:18

Burg Vlotho schafft neuen Lebensraum für bedrohte Zauneidechsen durch großflächige Umgestaltung

Nahaufnahme einer Sand-Eidechse auf dem Boden zwischen Steinen und Zweigen.

Burg Vlotho schafft neuen Lebensraum für bedrohte Zauneidechsen durch großflächige Umgestaltung

Großflächige Umgestaltung bei Burg Vlotho: Neuer Lebensraum für bedrohte Zauneidechsen

Ein Geländeabschnitt in der Nähe der Burg Vlotho wird in den kommenden Monaten grundlegend umgestaltet, um bedrohte Tierarten zu schützen. Das vom Kreis Herford geleitete Projekt schafft nicht nur einen neuen Lebensraum für die seltene Zauneidechse, sondern gleicht auch den Verlust von Waldfläche aus. Spaziergänger müssen sich auf vorübergehende Wegesperrungen einstellen.

Die Untere Naturschutzbehörde hat bereits einen 1.400 Quadratmeter großen Hang unterhalb der Burg freigeräumt. Dieser Bereich wird in flache, terrassierte Böschungen mit Stein- und Felsstrukturen umgestaltet – ideale Bedingungen für die Zauneidechse (Lacerta agilis). Die Art bevorzugt warme, offene Landschaften mit lockerem Boden und ist in Deutschland zunehmend gefährdet.

Die Erdarbeiten sollen im November 2025 beginnen, sofern das Wetter mitspielt. Das Vorhaben knüpft an die erfolgreiche Umsiedlung der lokalen Zauneidechsen-Population während der Sanierung der Burg Vlotho an. Bereits 2025 konnte eine erfolgreiche Vermehrung der umgesiedelten Tiere nachgewiesen werden – ein erster Erfolg der Schutzmaßnahmen.

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Um die biologische Vielfalt weiter zu fördern, entstehen am unteren Hang Richtung Coringenweg artenreiche Magerwiesen. Regionale Wildblumensamen sollen Insekten anlocken und das Ökosystem stärken. Gleichzeitig wird der Kreis auf einer 3.000 Quadratmeter großen Fläche in Vlotho-Exter Aufforstungen vornehmen, um den Verlust der bisher als Wald klassifizierten Fläche auszugleichen.

Während der Bauarbeiten bleibt der beliebte Wanderweg Coringenweg unterhalb der Burg gesperrt. Spaziergänger werden gebeten, eine Umleitung über den Apothekerweg zu nutzen. Die Behörden bitten die Bevölkerung um Geduld während der Umgestaltung.

Das Projekt schafft einen lebenswichtigen Rückzugsort für eine der letzten Zauneidechsen-Populationen Deutschlands. Da im Kreis Herford – vor allem in Vlotho – nur noch wenige Vorkommen existieren, sollen die neuen Strukturen ihr Überleben sichern. Die Aufforstungsmaßnahmen des Kreises gleichen zudem die ökologischen Folgen der Hangrodung aus.

Quelle