27 December 2025, 00:19

Bürgerprotest in Wegberg stoppt geplante Zugflut auf zwei Strecken

Ein Zug auf Schienen mit Autos, Strommasten, Bäumen und einem Himmel im Hintergrund.

Bürgerprotest in Wegberg stoppt geplante Zugflut auf zwei Strecken

Bürgerinitiative in Wegberg wehrt sich gegen Ausbau des Schienenverkehrs auf zwei Strecken

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Die lokale Bürgerinitiative „Eiserner Rhein 2.0 – Wegberg lebenswert erhalten“ setzt sich gegen Pläne zur Ausweitung des Zugverkehrs auf zwei nahegelegenen Strecken zur Wehr. Die Gruppe äußert Bedenken wegen Lärmbelastung, Verkehrsüberlastung und der Auswirkungen auf den Alltag der Anwohner. In ihrem jüngsten Schritt wenden sich die Aktivisten direkt an Führungskräfte der Deutschen Bahn und des Bundesverkehrsministeriums.

Im Mittelpunkt der Kritik stehen Vorhaben, nach denen täglich über 70 zusätzliche Personenzüge verkehren sollen – neben einem Ausbau des Güterverkehrs. Die Initiative argumentiert, dass die Strecken Mönchengladbach–Wegberg–Roermond und Elmpt–Arsbeck eine solche Steigerung nicht bewältigen könnten, ohne die Lebensqualität der Bewohner zu beeinträchtigen. Keine der beiden Routen ist derzeit im Bundesverkehrswegeplan 2030 verzeichnet, allerdings taucht die Mönchengladbach-Strecke in einem weniger dringlichen Entwurf für die Jahre 2032/2040 auf.

Bereits früher waren Pläne zur Reaktivierung der historischen „Eisernen Rhein“-Trasse durch den niederländischen Nationalpark De Meinweg gescheitert. Nun hinterfragt die Initiative, wie der deutsche Infrastrukturfonds in Milliardenhöhe eingesetzt werden soll. In einem offenen Brief haben die Aktivisten die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Evelyn Palla, sowie Bundesverkehrsminister Volker Wissing um Klarheit über die Förderungsprioritäten gebeten. Die Bezirksregierung Köln hatte zuvor lokale Einwände gegen die Strecke Elmpt–Arsbeck zurückgewiesen und damit sichergestellt, dass Güterzüge weiterhin den Industriepark Javelin bedienen können – eine Entscheidung, die den Widerstand der Gruppe weiter befeuert.

Mit dem Schreiben setzt die Bürgerinitiative ihre Kampagne gegen den Schienenausbau in der Region fort. Da sich an der Bundesverkehrsstrategie kurzfristig nichts ändern wird, konzentrieren sich die Aktivisten darauf, von den Verantwortlichen konkrete Antworten zu erhalten. Das Ergebnis könnte nicht nur die künftige Verkehrspolitik prägen, sondern auch den Alltag der Wegberger Bevölkerung nachhaltig beeinflussen.