CDU will Obdachlose in Solingen tagsüber vom Hauptbahnhof verbannen

Nina Pohl
Nina Pohl
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Eine Straße mit Autos und einem Bus vor Gebäuden mit Wänden, Fenstern, Tellern und Dächern, mit Plakaten und Bannern an den Wänden und einem Pfahl mit einer Straßenlaterne.Nina Pohl

CDU will Obdachlose in Solingen tagsüber vom Hauptbahnhof verbannen

Überschrift: CDU-Vorschlag: Keine Obdachlosen am Solinger Hauptbahnhof tagsüber

Teaser: Bezirksbürgermeister Marc Westkämper (CDU) hat Pläne zur Änderung der Straßenordnung angekündigt. Dies löst Kritik aus.

Veröffentlichungsdatum: 11. Dezember 2025, 17:20 Uhr MEZ

Stichwörter: Wetter, Nachrichten, Politik, Allgemeinnews, Kriminalität und Justiz

Artikeltext: Solingens Bezirksbürgermeister Marc Westkämper (CDU) hat einen Vorschlag vorgelegt, der Obdachlosen den Aufenthalt in der Unterführung am Solinger Hauptbahnhof verbieten soll. Die geplante Regelung würde dem kommunalen Ordnungsdienst die Befugnis einräumen, auch tagsüber Platzverweise auszusprechen. Kritiker werfen dem Vorhaben vor, die eigentlichen Ursachen für die Obdachlosigkeit in der Region nicht anzugehen.

In den vergangenen Monaten hat die Zahl der Obdachlosen, die sich in der Unterführung aufhalten, deutlich zugenommen. Westkämper, Mitglied der CDU, strebt eine Änderung der städtischen Straßenverordnung an, um den Aufenthalt dort rund um die Uhr zu untersagen. Sein Antrag soll in der nächsten Sitzung des Bezirksrats im Jahr 2026 eingebracht werden.

Anwohner:innen und der Solinger Bürgerverein äußern Besorgnis über die Zustände in der Unterführung. Berichten zufolge sind Beleuchtungen defekt, Aufzüge funktionieren nicht, und es kommt zu aggressivem Betteln. Der Bürgerverein betont, dass das Problem nicht im Fehlen von Hilfsangeboten liege, sondern darin, dass diese den komplexen Bedürfnissen obdachloser Menschen nicht gerecht werden.

Juliane Hilbricht von Wohnenso, dem städtischen Wohnungsdienst, verteilt regelmäßig Hilfspakete direkt an die Betroffenen in der Unterführung. Sie fordert einen professionellen Dialog unter Einbeziehung aller Beteiligten, um öffentliche Sicherheit und die Bedürfnisse schutzbedürftiger Menschen in Einklang zu bringen. Unklar bleibt, ob und gegebenenfalls wen Westkämper zu solchen Gesprächen eingeladen hat.

Sollte der Vorschlag angenommen werden, könnten Behörden Obdachlose künftig leichter aus der Unterführung entfernen. Die Kritik des Bürgervereins unterstreicht weiterhin bestehende Lücken in der Unterstützung, während Wohnenso auf eine engere Zusammenarbeit drängt. Die Abstimmung im Bezirksrat 2026 wird zeigen, ob die neuen Regeln in Kraft treten.