Coca-Cola-Chef attackiert deutsche Bürokratie – doch das Unternehmen bleibt
Nina PohlCoca-Cola-Chef attackiert deutsche Bürokratie – doch das Unternehmen bleibt
John Galvin, der Deutschland-Chef von Coca-Cola Europacific Partners (CCEP), hat die hiesigen Wirtschaftsbedingungen scharf kritisiert – vor allem wegen übermäßiger Bürokratie und steigender Kosten. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der selbst kleine Projekte des Unternehmens durch komplexe Vorschriften verzögert werden. Trotz dieser Herausforderungen bekräftigt CCEP seinen Willen, die Produktion in Deutschland zu halten.
Galvin verwies darauf, dass schon einfache Aufgaben wie das Versetzen eines Zauns oder die Reparatur eines Daches zu langwierigen Verfahren mit mehreren Behörden werden. Investitionen in Deutschland dauerten deutlich länger als in anderen Ländern, was Unternehmen benachteilige, so der Manager. Neben der Bürokratie belasteten explodierende Strompreise, hohe Löhne und eine überdurchschnittliche Krankheitsquote die Wettbewerbsfähigkeit zusätzlich.
BDI-Präsident Peter Leibinger unterstützte Galvins Kritik und bezeichnete die aktuelle Wirtschaftslage als die schlechteste seit Gründung der Bundesrepublik. Galvin warf der Bundesregierung vor, zu wenig für die Standortattraktivität zu tun. Zwar begrüßte er Kanzler Friedrich Merz’ jüngstes Versprechen, die Regulierung für Unternehmen zu vereinfachen – doch nun seien Taten gefragt. Trotz aller Schwierigkeiten plant CCEP keine Verlagerung der Produktion ins Ausland. Das Unternehmen, das Marken wie Coca-Cola, Fanta und Sprite vertrieben, setzt jährlich 4,1 Milliarden Liter in Deutschland ab und beschäftigt an 24 Standorten rund 6.100 Mitarbeiter. Galvin lobte zudem die hohe Lebensqualität im Land als wichtigen Grund für das Festhalten am Standort.
Trotz Bürokratie-Hürden und hoher Kosten bleibt CCEP in Deutschland aktiv. Die Entscheidung unterstreicht das langfristige Engagement des Konzerns, auch wenn Galvin dringende Reformen fordert. Die Produktion bleibt vorerst im Land – doch der Druck auf die Politik, die Rahmenbedingungen für Unternehmen zu verbessern, wächst.






