Corny Littmanns 50 Jahre Bühne: Vom Räuber zum Hamburger Kulturikone

Horst-Dieter Gertz
Horst-Dieter Gertz
2 Min.
Eine Konferenzszene mit Sitzenden, die einer Bühne zugewandt sind, auf der Redner sprechen, mit einem großen Banner und einer Wand im Hintergrund.Horst-Dieter Gertz

Theaterdirektor Corny Littmann feiert 50-jähriges Bühnenjubiläum - Corny Littmanns 50 Jahre Bühne: Vom Räuber zum Hamburger Kulturikone

Corny Littmann, der 73-jährige Schauspieler, Regisseur und Theaterimpresario, hat auf Hamburgs Reeperbahn unauslöschliche Spuren hinterlassen. Bekannt für seine skandalumwitterten Shows und sein politisches Theater, feiert er am 13. Januar 2023 ein großes Jubiläum – seinen 50. Bühnenjubiläum. Seine Karriere begann vor Jahrzehnten, doch sein Einfluss auf die deutsche Kultur und die Rechte von LGBTQ+-Personen ist bis heute ungebrochen.

Littmanns Theaterlaufbahn begann früh: Schon als Junge stand er erstmals auf der Bühne – in einer Schulaufführung von Ali Baba und die vierzig Räuber, in der er einen der vierzig Räuber spielte. 1976 gründete er mit anderen Brühwarm, Deutschlands erstes offen schwules Theaterensemble, das in einer konservativen Zeit neue Maßstäbe setzte.

1982 starteten Littmann und Gunter Schmidt das Tourneetheater Familie Schmidt, das mit provokanten Stücken wie Deutsch, aufrecht, homosexuell gesellschaftliche Normen herausforderte. Ihre Arbeiten verbanden scharfe Satire mit kompromisslosen LGBTQ+-Themen. Fast ein Jahrzehnt später eröffneten Littmann und sein Geschäftspartner Norbert Aust 1991 mit Schmidts Tivoli eine zweite Bühne, die für ihren skurrilen Humor und opulente Auftritte berühmt wurde.

Über das Theater hinaus übernahm Littmann Führungsverantwortung: Von 2003 bis 2010 war er Präsident des FC St. Pauli, des beliebten Hamburger Fußballclubs. Unter seiner Ägide führte er den Verein aus der finanziellen Krise – und gewann damit die Herzen der Fans. Auf der Bühne verkörperte er oft „gebrochene Charaktere“ – mürrische Alte oder strenge Kapitäne –, während er gleichzeitig erfolgreiche Musicals und Schlager-Revuen inszenierte, die jahrelang die Säle füllten.

Fünf Jahrzehnte nach seinem ersten professionellen Auftritt ist Littmanns Prägung der Hamburger Kulturszene unbestritten. Sein Wirken in Theater, Aktivismus und Fußball hat das Gesicht der Stadt mitgeformt. Anlässlich seines 50. Jubiläums bleibt sein Erbe als Pionier für LGBTQ+-Rechte und mutige Unterhaltung weiter inspirierend.

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