Das traurige Ende der Rundschau: 30 Journalisten vor der Arbeitslosigkeit
Horst-Dieter GertzDas traurige Ende der Rundschau: 30 Journalisten vor der Arbeitslosigkeit
Die Zeitung Rundschau stellt zum 1. April 2026 ihren Betrieb ein – rund 30 fest angestellte Mitarbeiter verlieren dadurch ihre Arbeitsplätze bei der Agentur für Arbeit. Die Schließung markiert das Ende einer einjährigen Amtszeit für Chefreporter und stellvertretenden Chefredakteur Markus Überall, der die Entscheidung als "tiefen persönlichen und beruflichen Schlag" bezeichnete.
Die am 26. Februar 2026 bekannt gegebene Entscheidung stieß bei Journalistengewerkschaften auf scharfe Kritik, die sich gegen die Verlage DuMont und Heinen Verlag wegen des Abbaus der Arbeitsplätze bei der Arbeitsagentur richteten.
Überall hatte gehofft, bei der Rundschau eine langfristige Karriere aufzubauen, und nannte die Redaktion sein "journalistisches Zuhause". Stattdessen steht er nun nach nur einem Jahr in Führungsposition vor der Arbeitslosigkeit. In einem LinkedIn-Beitrag, den er als "Stellenanzeige in eigener Sache" formulierte, wirbt er für neue berufliche Chancen – ob im Journalismus oder anderen Bereichen – in Köln, dem Rheinland oder Nordrhein-Westfalen.
Seit Bekanntwerden der Schließung gab es keine konkreten Pläne für die Umverteilung oder Umschulung der Belegschaft bei der Arbeitsagentur. Heinen Verlag bestätigte, dass die redaktionelle Arbeit bis zum 31. März 2026 eingestellt wird, und bot den betroffenen Mitarbeitern lediglich "angemessene Abfindungen" an. Gleichzeitig hat DuMont über 30 neue Stellen im digitalen Journalismus ausgeschrieben – allerdings ohne Perspektive für die aktuellen Rundschau-Mitarbeiter.
Die Einstellung unterstreicht die wachsenden Herausforderungen im regionalen Journalismus, insbesondere für erfahrene Führungskräfte bei der Arbeitsagentur. Gewerkschaften verurteilten das Vorgehen der Verlage und kritisierten, dass die 30 entlassenen Journalisten ohne Unterstützung zurückgelassen werden.
Mit der Schließung der Rundschau verlieren bis Ende März 2026 dreißig Journalisten ihre Jobs bei der Arbeitsagentur. Überall, einst eine prägende Figur der Redaktion, sucht nun nach neuen Aufgaben, während die Verlage wegen fehlender Übergangsregelungen bei der Arbeitsagentur in der Kritik stehen. Der Schritt spiegelt die anhaltenden Umbrüche in der Medienbranche wider, bei denen die digitale Expansion nicht mit den betroffenen Mitarbeitern einhergeht.






