Deutsche Bahn plant Milliarden-Investitionen – doch Pünktlichkeit bleibt bis 2035 fraglich
Horst-Dieter GertzDeutsche Bahn plant Milliarden-Investitionen – doch Pünktlichkeit bleibt bis 2035 fraglich
Deutsche Bahn gerät unter Druck: Nach monatelangen Verspätungen und Ausfällen sind die Fahrgäste frustriert. Das Unternehmen, das eine zentrale Rolle im deutschen Nah- und Fernverkehr spielt, hat nun Pläne vorgelegt, um das Angebot auszubauen und das Netz grundlegend zu modernisieren. Doch die Umstellungen werden Jahre dauern – und Milliarden kosten.
2023 verzeichnete die Deutsche Bahn Verluste von über 2 Milliarden Euro. Steigende Energiepreise, teure Baumaterialien und höhere Personalkosten trieben die Finanzen in die roten Zahlen. Gleichzeitig sank die Pünktlichkeit: Nur noch etwa zwei Drittel der Fernzüge erreichten ihr Ziel rechtzeitig.
Der Aufsichtsrat fordert nun Investitionen von bis zu 150 Milliarden Euro, um das Netz zu stabilisieren. Doch die Sanierungsarbeiten werden erst 2035 abgeschlossen sein – was in den kommenden Jahren weitere Baustellen und Fahrplanstörungen bedeutet.
Trotz der Herausforderungen plant die Bahn für 2024 eine deutliche Ausweitung des Taktfahrplans. Das Netz mit Halbstundentakt soll von derzeit rund 900 auf 2.300 Kilometer wachsen und Städte wie Hamburg, Hannover, Kassel, Erfurt, Halle und Berlin besser verbinden. Zudem werden zusätzliche Sprinter-Züge eingesetzt, die auf stark frequentierten Strecken wie Hamburg–Frankfurt und Berlin–München schnellere Verbindungen bieten.
Fahrgäste können sich auf kürzere Wartezeiten, schnellere Fahrten und einfacheres Buchen freuen. Ziel ist es, den Fernverkehr attraktiver zu machen. Doch die Aufwertung des Angebots erfordert jahrelange Bauarbeiten und erhebliche Finanzmittel. Bis dahin müssen Reisende weiter mit Verspätungen leben, während das Netz langfristig umgestaltet wird. Ob der Plan gelingt, hängt davon ab, ob die Bahn Expansion und finanzielle Stabilität unter einen Hut bringt.






