02 April 2026, 16:19

Digitale sexualisierte Gewalt gegen Jugendliche erreicht alarmierenden Höchststand in Deutschland

Balkendiagramm mit der Überschrift "Internet-Penetration bis 2030", das prozentuale Anteile für vier Länder zeigt, wobei die Abschnitte blau, grün, gelb und rot gefärbt sind und von 0-100% reichen.

Digitale sexualisierte Gewalt gegen Jugendliche erreicht alarmierenden Höchststand in Deutschland

Digitale sexualisierte Gewalt gegen Jugendliche nimmt in Deutschland stark zu

Eine aktuelle Umfrage des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) zeigt: Zwei Drittel der Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland waren bereits von sexualisierter Belästigung oder Missbrauch im Netz betroffen. Das Problem hat sich in den letzten fünf Jahren verschärft – hinzu kommen neue Bedrohungen wie Deepfake-Videos, die zunehmend im Umlauf sind.

2025 gab fast ein Viertel der Minderjährigen an, Opfer von Cybergrooming geworden zu sein – dabei bauen Täter gezielt online Kontakt zu Kindern auf, um sie später zu belästigen oder zu missbrauchen. Die Jugendsexualitätsstudie des Bundesinstituts für öffentliche Gesundheit (BZgA) bestätigt: Fast die Hälfte aller jungen Menschen erlebt irgendwann digitale sexualisierte Gewalt. Viele Vorfälle spielen sich in Freundeskreisen oder Klassenchats ab, oft ausgedrückt durch Naivität oder Gruppendruck.

Seit 2020 gibt es Gegenmaßnahmen: Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs führte Mitte 2020 eine Online-Befragung durch, und NGOs wie HateAid bieten inzwischen Beratung für Betroffene von digitaler Gewalt und Hass im Netz an. Polizeidaten aus dem Jahr 2024 zeigen, dass 86 Prozent der Opfer sexualisierter Straftaten weiblich waren – die meisten Übergriffe fanden jedoch weiterhin offline statt.

Auch Schulen und Eltern sind gefragt: Yasmina Ramdani leitet in Thüringer Schulen Präventionsworkshops und hat bereits rund 5.000 Schülerinnen und Schüler über ihre Rechte und den Umgang mit digitaler Gewalt aufgeklärt. Viele Lehrkräfte fühlen sich unsicher, erkennen die Thematik aber als dringend an. Fachleute betonen, dass Eltern ihr eigenes Verhalten reflektieren und offen mit Kindern über Grenzen sprechen müssen.

Um digitale sexualisierte Gewalt wirksam zu bekämpfen, braucht es jedoch mehr: Kritiker fordern, dass Tech-Konzerne stärker in die Pflicht genommen werden, da ihre Plattformen Missbrauch oft erst ermöglichen. Ein gesamtgesellschaftlicher Ansatz sei nötig, um das Problem nachhaltig zu lösen.

Der Anstieg digitaler sexualisierter Gewalt hat Schulen, Behörden und Familien zum Handeln gezwungen. Workshops, Beratungsangebote und Aufklärungskampagnen unterstützen Betroffene – doch Experten warnen: Nachhaltige Veränderungen erfordern strengere Regulierungen und ein gemeinsames Umdenken in der gesamten Gesellschaft.

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