Digitalpakt 2.0: Solinger Schulen begrüßen Einigung - Aber die Liste der Mängel bleibt lang

Christoph Döhn
Christoph Döhn
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Eine Collage mit einer Gruppe von Kindern und Text.Christoph Döhn

Digitalpakt 2.0: Solinger Schulen begrüßen Einigung - Aber die Liste der Mängel bleibt lang

DigitalPakt 2.0: Solinger Schulen begrüßen die Einigung – doch die Mängelliste bleibt lang

Solingen – Nach mehr als einem Jahr Stillstand gibt es endlich Bewegung bei der digitalen Ausstattung der Schulen: Bund und Länder haben sich auf den DigitalPakt 2.0 geeinigt. In Solingen wird die Entscheidung grundsätzlich begrüßt – doch von Euphorie kann keine Rede sein. Zu viele Baustellen gibt es noch, zu zahlreich sind die Geräte, die seit Langem kaputt in den Regalen stehen.

Deutschland hat eine neue fünfjährige Fördervereinbarung zur Aufrüstung der digitalen Technik an Schulen unter Dach und Fach. Bund und Länder einigten sich auf den DigitalPakt 2.0, der von 2026 bis 2030 insgesamt fünf Milliarden Euro bereitstellt. Das Ziel: die Klassenzimmer zu modernisieren. Doch es bleiben Zweifel an der Höhe der Mittel und der langfristigen Nachhaltigkeit.

Die Vereinbarung wurde in Berlin von Bundesbildungsministerin Karin Prien und den 16 Landesbildungsministern finalisiert. Beide Seiten steuern jeweils 2,5 Milliarden Euro bei, wobei die Bundesmittel vor allem aus einem Sonderhaushalt für Infrastruktur stammen. Ab dem 1. Januar 2025 beginnen die Maßnahmen – die Schulen erhalten damit fünf Jahre Planungssicherheit.

Allerdings fließen in den DigitalPakt 2.0 weniger Mittel als in seinen Vorgänger. Die 2,5 Milliarden Euro für Neuinvestitionen liegen unter den vorherigen Summen, was Fragen nach der Wirksamkeit aufwirft. Zudem können die Länder eigene Ausgaben mit den Bundesmitteln verrechnen, was die tatsächlich investierte Summe weiter schmälern könnte.

In Solingen begrüßten die lokalen Verantwortlichen die Entscheidung, warnten aber vor großen Hürden. Defekte Geräte seien ein Dauerproblem, und der Modernisierungsbedarf sei enorm. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE), eine Lehrergewerkschaft, betonte, dass der bloße Austausch kaputter Technik nicht ausreiche. Schulen bräuchten eine KI-taugliche Infrastruktur, moderne Lehrmethoden und digitale Fortbildungen für das Personal. Der VBE forderte zudem eine schnellere, bürokratiearme Mittelvergabe sowie klare Vorgaben für die Verwendung der Gelder. Bereits jetzt müssten Gespräche über einen DigitalPakt 3.0 geführt werden, um künftige Finanzierungslücken zu vermeiden. Digitale Bildung, so die Argumentation, dürfe nicht als kurzfristiges Projekt, sondern müsse als dauerhafter Bedarf behandelt werden.

Die fünf Milliarden Euro geben den Schulen ein fünfjähriges Zeitfenster, um das digitale Lernen zu verbessern. Doch angesichts der geringeren Förderung und der anhaltenden technischen Herausforderungen bleibt der Erfolg des DigitalPakt 2.0 ungewiss. Die Forderung nach einem Folgeabkommen ist bereits laut geworden – ein Zeichen dafür, dass es langfristige Lösungen braucht.

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