Dorothee Bär bleibt an der Spitze von SelbstAktiv – neue Impulse für Behindertenrechte in Solingen

Christoph Döhn
Christoph Döhn
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Eine Gruppe von Menschen in Rollstühlen und Stehenden vor einer Menge, mit Schildern, Fenstern und einer Wand im Hintergrund, in Schwarz-Weiß dargestellt.Christoph Döhn

Dorothee Bär bleibt an der Spitze von SelbstAktiv – neue Impulse für Behindertenrechte in Solingen

SelbstAktiv: Dorothee Bär wiedergewählt – Neue stellvertretende Vorsitzende für Behindertenrechte in Solingen

Die Solinger Behindertenrechtsorganisation SelbstAktiv hat Dorothee Bär erneut zur Vorsitzenden gewählt. Zudem wurden mit Oliver Backhaus und Yesim Özem zwei neue stellvertretende Vorsitzende berufen. Die Wahl fällt in eine Zeit wachsender Sorgen über Kürzungen bei Fördermitteln und strukturelle Barrieren für Menschen mit Behinderungen.

Auf einer kürzlichen Versammlung kritisierten Rednerinnen und Redner Versorgungslücken und forderten mehr Engagement für Inklusion in der gesamten Region.

Dorothee Bär, die sowohl den Verein Autismus Rhein-Wupper als auch den Paritätischen Wohlfahrtsverband Solingen leitet, ist seit langem eine bekannte Fürsprecherin für die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Die ehemalige Richterin und mehr als 30 Jahre lang Stadträtin wies in ihrer Rede auf unklare Zuständigkeiten zwischen Kommunen, Regionalverbänden und dem Land hin. Sie warnte, dass Verschiebungen bei der Finanzierung zu Versorgungsengpässen führten.

Gastredner Josef Neumann thematisierte in seinem Beitrag die Inklusionspolitik in Nordrhein-Westfalen und äußerte Besorgnis über die jüngsten Kürzungen bei Integrationshelfern. Diese Einschnitte, so seine Argumentation, untergruben Fortschritte in Schulen und Betrieben. Konkrete Angaben dazu, wie Solingen selbst in den vergangenen zehn Jahren inklusive Maßnahmen umgesetzt oder welche Schritte unternommen wurden, blieben jedoch aus.

Oliver Backhaus, Rollstuhlfahrer und Leiter des Vereins Barrierefreier Zugang, betonte, wie wichtig es sei, dass SelbstAktiv die Stimmen der direkt Betroffenen verstärkt. In seiner neuen Funktion als stellvertretender Vorsitzender wird er sich besonders für die Vertretung von Menschen mit eigener Behinderungserfahrung einsetzen. Seine Kollegin Yesim Özem, die in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen arbeitet und für die SPD im Solinger Beirat für Menschen mit Behinderungen sitzt, forderte mehr Sichtbarkeit von Inklusion im kulturellen Bereich der Stadt.

Sowohl Backhaus als auch Özem mahnten konkrete Taten an. Özem argumentierte, Inklusion müsse in lokalen Kunstprojekten, Veranstaltungen und öffentlichen Räumen stärker verankert werden.

Die Wiederwahl Bärs sowie die Berufung von Backhaus und Özem deuten auf einen neuen Schub für die Behindertenrechte in Solingen hin. Angesichts anhaltender Kürzungen und bürokratischer Hürden wird sich die Organisation voraussichtlich auf die Forderung nach politischen Reformen konzentrieren. Zu den Prioritäten zählen klarere Finanzierungsstrukturen und eine sichtbarere Inklusion im städtischen Alltag.