21 March 2026, 00:27

Drei-Millionen-Betrug: Apotheker und Krankenschwester vor Gericht in Köln

Plakat, das zeigt, dass Big Pharma 2022 Amerikaner zwei bis drei Mal so viel für dieselben Medikamente berechnet hat wie andere Länder, mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze.

Drei-Millionen-Betrug: Apotheker und Krankenschwester vor Gericht in Köln

In Köln müssen sich eine Krankenschwester und ein Apotheker wegen des Verdachts auf Betrug zum Nachteil von Krankenkassen in Höhe von rund drei Millionen Euro vor Gericht verantworten. Den beiden wird vorgeworfen, zwischen Februar 2020 und Juli 2022 ein System betrieben zu haben, das zu unrecht erstatteten 3,6 Millionen Euro in mindestens 30 Fällen führte. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen gewerbsmäßigen Betrug vor.

Die Krankenschwester soll sich demnach gefälschte Rezepte für ein teures medizinisches Produkt namens SymbioInfekt TheraKit besorgt haben. Die Patienten benötigten die Behandlung tatsächlich nicht, doch ihre Firma rechnete die Kosten wiederholt bei den Krankenkassen ab. Der Apotheker, so die Ermittler, behielt den Großhandelspreis des Produkts ein, gab der Krankenschwester jedoch eine Provision von zehn Prozent.

Der Apotheker bestreitet, von dem Betrug gewusst zu haben. Vor Gericht erklärte er, er habe den Versicherungen vertraut, dass die Abrechnungen korrekt seien und die Kosten niedriger lägen, als sie schienen. Die Staatsanwaltschaft hingegen argumentiert, beide Angeklagten hätten mit gemeinsamer krimineller Absicht gehandelt.

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Falls schuldig gesprochen, muss der Apotheker die vollen 3,6 Millionen Euro zurückzahlen. Bisher wurden rund 900.000 Euro in monatlichen Raten von 10.000 Euro beglichen. Die Rückforderung des Restbetrags von der Firma der Krankenschwester gilt als unwahrscheinlich, da diese inzwischen Insolvenz angemeldet hat.

Im Mittelpunkt des Prozesses steht die Frage, ob die beiden Angeklagten die Krankenkassen über einen Zeitraum von zwei Jahren vorsätzlich betrogen haben. Während der Apotheker bereits mit der Rückzahlung begonnen hat, erschwert die Insolvenz der Krankenschwester die vollständige Wiedererlangung der Gelder. Das Urteil wird entscheiden, ob beide strafrechtlich für das Betrugssystem zur Verantwortung gezogen werden.

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