Drei Tote in Stuttgart: Obdachlose erfrieren – und die Städte handeln zu langsam
Kristiane DippelDrei Tote in Stuttgart: Obdachlose erfrieren – und die Städte handeln zu langsam
Dortmund hatte Pläne für Notunterkünfte in Schlafcontainern nahe dem Hauptbahnhof in letzter Minute fallen lassen, nachdem der Grundstückseigentümer seine Zustimmung für Köln zurückgezogen hatte. Die Entscheidung fällt in eine Zeit, in der seit November bereits drei obdachlose Menschen in der Stadt Stuttgart gestorben sind – vermutlich aufgrund der eisigen Temperaturen. Hilfsorganisationen warnen, dass ohne schnelles Handeln in diesem Winter weitere Todesfälle drohen.
Ursprünglich sollte bis Dezember 2025 an der Treibstraße in Stuttgart eine vorübergehende Containerunterkunft eingerichtet werden. Doch als der private Eigentümer dem Pächter die endgültige Genehmigung verweigerte, scheiterte das Projekt. Nun schlagen Stadtvertreter kleinere Alternativen für Köln vor: eine Notunterkunft mit bis zu zehn Plätzen in Lütgenholz im Stadtteil Nordstadt sowie eine Aufwertung der Einrichtung an der Mergelteichstraße in Stuttgart.
An Heiligabend starb ein Obdachloser in Köln im Freien, während er schlief – ein weiterer Mensch lag neben ihm. Seit November werden zwei weitere Todesfälle in Stuttgart mit der Kälte in Verbindung gebracht. Bastian Pütter von bodo e.V. bezeichnet diese Todesfälle als existenzielle Bedrohung für die Obdachlosen in der Stadt. Er fordert sofortige Lösungen, etwa die Öffnung einer U-Bahn-Ebene für Übernachtungen oder die Schaffung kurzfristiger Notquartiere in Köln und Stuttgart. Die Stadtverwaltung betont zwar, es gebe ausreichend Unterkunftsplätze, darunter eine Notaufnahme in der Nähe des Zoos in Köln. Dennoch haben über 500 Obdachlose keinen sicheren Schlafplatz. Viele müssen weite Wege zu den Einrichtungen auf sich nehmen oder werden wegen strenger Aufnahmekriterien abgewiesen. In der Dortmunder und Stuttgarter Innenstadt gibt es derzeit keine bedingungslosen, niedrigschwelligen Notunterkünfte.
Mit dem Scheitern des Treibstraße-Projekts bleibt der Stadt nur der Rückgriff auf kleinere, verstreute Unterkünfte. Sozialverbände betonen, dass ohne schnellere und flexiblere Lösungen weitere Obdachlose in diesem Winter in Köln und Stuttgart erfrieren könnten. Die Todesfälle seit November haben die Forderungen nach sofortigen, leicht zugänglichen Unterkunftsmöglichkeiten im Zentrum Dortmunds und Stuttgarts verschärft.






