Düsseldorfer Brustzentrum schließt: 'Was soll ich tun, wenn ich Krebs erneut bekomme?'
Nina PohlDüsseldorfer Brustzentrum schließt: 'Was soll ich tun, wenn ich Krebs erneut bekomme?'
Düsseldorfs Luisenkrankenhaus schließt zum 31. Dezember 2025 seine Pforten
Die bekannte Brustkrebs-Klinik, die seit Jahren Patientinnen wie die 77-jährige Karin Rinklake betreut, wird Ende 2025 geschlossen. Rinklake, die seit 14 Jahren als Krebsüberlebende gilt, verliert damit das Behandlungsteam, dem sie jahrelang vertraut hat. Viele Betroffene stehen nun vor der Herausforderung, neue Therapieoptionen zu finden und Vertrauensverhältnisse zu unbekannten Ärztinnen und Ärzten aufzubauen.
Hinter der Schließung steht die bundesweite Krankenhausreform, die kleinere Einrichtungen zugunsten größerer, spezialisierter Zentren zusammenlegt. Die Verantwortlichen argumentieren, dies steigere die Effizienz und senke die Kosten. Doch für die aktuellen Patientinnen bedeutet der Schritt eine Zäsur in der Versorgung, und für über 50 Mitarbeiter – darunter Ärzte, Pflegekräfte und medizinische Fachangestellte – bringt er berufliche Unsicherheit mit sich.
Karin Rinklake, die auf den persönlichen Ansatz der Klinik angewiesen war, muss nun ins Brustkrebszentrum am Marien Hospital Düsseldorf (Rochusstraße 2, 40479 Düsseldorf) wechseln. Das neue Zentrum, geleitet von Dr. Susanne Findt und Jens-Peter Kruse, arbeitete bereits lange mit dem Luisenkrankenhaus zusammen. Die Klinikleitung betont, man habe die Belegschaft früh informiert und versucht, die Schließung abzuwenden – vergeblich. Die Gewerkschaft Verdi kritisiert das Vorgehen und stellt infrage, ob umliegende Krankenhäuser alle Patientinnen ohne Qualitätsverluste aufnehmen können. Viele fürchten, dass die besondere Betonung von Empathie und Zeit für die Patientinnen verloren geht – ein Markenzeichen der Klinik über Jahre.
Wer sich gerade in Behandlung befindet, muss nun nach Alternativen suchen, während das Personal auf einem unsicheren Arbeitsmarkt steht. Das Brustkrebszentrum am Marien Hospital wird zwar viele Fälle übernehmen, doch der Übergang wirft Fragen nach der Kontinuität der Versorgung auf. Mit der Schließung endet eine Ära: die einer Klinik, die sich durch ihr Engagement für individuelle Begleitung in der Brustkrebstherapie auszeichnete.






