Düsseldorfs „grantiger Führer“ macht Museumsbesuche zum unangenehmen Kult-Erlebnis

Christoph Döhn
Christoph Döhn
1 Min.
Ein Gebäude mit einer Glaswand, die Kleider auf Bügeln, eine Schaufensterpuppe, ein Fahrrad, aufgeklebte Bilder und Schrift auf dem Glas zeigt.Christoph Döhn

Düsseldorfs „grantiger Führer“ macht Museumsbesuche zum unangenehmen Kult-Erlebnis

Ein Museum, in dem ein "grantiger Führer" Besucher auf eine "höchst unangenehme" Tour mitnimmt – und sie ist immer ausverkauft

Teaser: Das Düsseldorfer Kunstpalast-Museum, Heimat der größten Glassammlung Europas, ist das Revier von Joseph Langelinck – besser bekannt als der "grantige Führer".

10. November 2025

Eine Museumsführung der anderen Art ist in Düsseldorf zum Überraschungshit geworden. Der "grantige Führer" des Kunstpalasts bietet Besuchern ein bewusst unangenehmes Erlebnis – gespickt mit Sarkasmus, Verachtung und scharfen Kommentaren. Seit dem Start im Mai ist jede Veranstaltung ausverkauft, was beweist: Das Publikum steht auf eine Prise Respektlosigkeit beim Kunstgenuss.

Die Idee zu dieser ungewöhnlichen Führung stammt vom Künstler Carl Brandi, der die Performance als Provokation gegen die herkömmliche Museumsetikette entworfen hat. Statt höflicher Erklärungen zeigt der Führer – gespielt von Joseph Langelinck – offene Abneigung gegenüber Besuchern und manchen Kunstwerken. Er scheucht Leute aus, die aufs Handy schauen, sich hinsetzen oder gar Fragen stellen.

Der "grantige Führer" hat einen routinemäßigen Kulturbesuch in ein interaktives Spektakel verwandelt. Da jede Tour ausgebucht ist, zeigt das Experiment des Kunstpalasts keine Ermüdungserscheinungen. Im Gegenteil: Die Besucher kommen immer wieder – für mehr Sarkasmus und eine frische Perspektive auf die Kunstbetrachtung.