Ende Gelände legt Ruhrgebiet lahm: Blockaden gegen fossile Gasprojekte und Rüstungsindustrie
Horst-Dieter GertzEnde Gelände legt Ruhrgebiet lahm: Blockaden gegen fossile Gasprojekte und Rüstungsindustrie
Klimaschutzaktivist:innen der antikapitalistischen Gruppe Ende Gelände haben in dieser Woche im gesamten Ruhrgebiet weitreichende Proteste gestartet. Die Demonstrationen richten sich gegen den Ausbau fossiler Gasinfrastrukturen und umfassen Blockaden sowie Besetzungen wichtiger Industrieanlagen. Polizei und Gerichte reagierten mit Einschränkungen, doch die Organisator:innen kündigten an, ihre Kampagne fortzusetzen.
Die Proteste begannen mit der Besetzung von Werksgeländen des Röhrenherstellers Europipe in Mülheim an der Ruhr. Rund 200 Aktivist:innen unterbrachen später den Schichtwechsel im Friedrich-Wilhelms-Hütte-Gießereibetrieb, ebenfalls in Mülheim. Die deutsche Bundesregierung verhandelt derzeit über eine Milliardenbeteiligung am Rüstungskonzern KNDS, zu dem die Gießerei gehört.
In Gelsenkirchen blockierten Demonstrant:innen das Kohlekraftwerk Scholven, wo der Bau einer neuen Gaseinheit geplant ist. Einige Aktivist:innen installierten sogar Solarmodule auf dem Kraftwerksgelände, um erneuerbare Alternativen zu bewerben. Unterdessen zog in Hamm eine weitere Gruppe zum Hauptbahnhof und trug ein Transparent mit der Aufschrift „Energiekontzerne enteignen!“.
Eine geplante Blockade am Kraftwerk Gersteinwerk wurde gestoppt, nachdem das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen ein Polizeiverbot bestätigte. Die Organisator:innen legten umgehend Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Münster ein; eine Entscheidung wird bis Freitagabend erwartet.
Die Proteste sollen sich weiter zuspitzen. Bei einer Großkundgebung am Samstag unter dem Motto „Zukunft statt Gas – Energiewende verteidigen“ werden Tausende weitere Demonstrant:innen erwartet.
Die Aktionen von Ende Gelände haben an mehreren Standorten den Betrieb gestört und lenken die Aufmerksamkeit auf die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Während rechtliche Auseinandersetzungen laufen und größere Demonstrationen geplant sind, werden die Proteste voraussichtlich bis ins Wochenende andauern. Im Fokus der Gruppe bleibt der Druck für einen schnelleren Umstieg auf erneuerbare Energien.






