Erste Castor-Transporte aus Jülich rollen trotz Proteste nach Ahaus
Christoph DöhnErste Castor-Transporte aus Jülich rollen trotz Proteste nach Ahaus
Erste Transporte von Atommüll aus dem Forschungszentrum Jülich starten nächste Woche in Richtung Ahaus
Nächste Woche sollen die ersten Lieferungen mit radioaktivem Abfall aus dem Forschungszentrum Jülich nach Ahaus aufbrechen. Dies erfolgt nach jahrelangen Rechtsstreitigkeiten und politischen Debatten über die Lagerung von 152 Castor-Behältern mit atomarem Material. Trotz anhaltender Proteste werden die Transporte auf Grundlage eines Gerichtsurteils vom Anfang dieses Monats durchgeführt.
Der Müll lagert seit der Abschaltung des Versuchsreaktors 1988 in Jülich. Über 40 Jahre lang wurde das Material in einem Zwischenlager auf dem Gelände aufbewahrt – obwohl die Betriebsgenehmigung für die Anlage bereits 2013 auslief. Lokale Behörden und Anti-Atomkraft-Initiativen hatten den Abtransport wiederholt angefochten, doch ein Gericht wies ihre jüngste Klage am 2. März 2026 ab.
Die 152 Castor-Behälter sollen in mehr als 50 Einzeltransporten nach Ahaus gebracht werden. Doch auch das dortige Zwischenlager ist nur bis 2036 genehmigt, sodass die Frage nach einer dauerhaften Lösung für den Atommüll weiterhin offen bleibt. Das Forschungszentrum Jülich hat zudem eine Verlängerung der Vor-Ort-Lagerung abgelehnt und damit die Verlegung erzwungen.
Die in Deutschland wiederaufkeimende Diskussion über Kernenergie – unterstützt von Persönlichkeiten wie Ursula von der Leyen und Emmanuel Macron – verkompliziert die Debatte zusätzlich. Kleine modulare Reaktoren (SMR) werden als mögliche Lösung ins Spiel gebracht, existieren bisher jedoch nur als theoretische Entwürfe.
Der Atommüll wird nun nach Ahaus transportiert, doch ein Endlagerstandort steht weiterhin nicht fest. Rechtliche Auseinandersetzungen und politische Diskussionen haben eine Entscheidung bereits über ein Jahrzehnt verzögert. Ohne einen Plan für eine dauerhafte Lagerung bleibt die Frage der Entsorgung von Atomabfall in Deutschland ungelöst.






