31 May 2026, 18:17

Erstes deutsches Wasserstoffnetz heizt Häuser klimaneutral – ohne Gasumstellung

Erstmals Heizung mit reinem Wasserstoff aus dem Gasnetz

Erstes deutsches Wasserstoffnetz heizt Häuser klimaneutral – ohne Gasumstellung

Bahnbrechendes Projekt in Deutschland: Reiner Wasserstoff heizt Häuser über umgerüstetes Gasnetz

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In Holzwickede bei Dortmund hat ein richtungsweisendes Vorhaben begonnen: Drei Haushalte werden erstmals in Deutschland mit reinem Wasserstoff beheizt, der über ein umgestelltes Gasnetz geliefert wird. Das unter dem Namen H2HoWi laufende Projekt zeigt, wie bestehende Infrastruktur für eine klimaneutrale Wärmeversorgung genutzt werden kann.

Betrieben wird das Wasserstoff-Verteilnetz seit Oktober 2022 von Westnetz, das hierfür eine ehemalige Erdgasleitung umgerüstet hat. Das System liefert zu 100 Prozent grünen Wasserstoff, der nach Qualität 3.0 zertifiziert ist und eine Reinheit von 99,9 Prozent aufweist. Drei ansässige Kunden nutzen nun Weishaupt Thermo Condens-Heizkessel – zwei Haushalte mit 32-Kilowatt-Geräten und einer mit einem 15-Kilowatt-Modell.

Die für den Betrieb mit reinem Wasserstoff zugelassenen Kessel sind in den Leistungsstufen 15, 25 und 32 Kilowatt erhältlich. Die Technologie von Weishaupt gewährleistet die Kompatibilität mit der Wasserstoffversorgung, während das Deutsche Energieinstitut Freiberg die wissenschaftliche Begleitung des Projekts übernimmt. Die bisherigen Erkenntnisse bestätigen, dass bestehende Gasnetze Wasserstoff in reiner Form sicher transportieren können – und das ohne aufwendige Umbauten.

Das H2HoWi-Projekt läuft noch bis Ende 2026 und sammelt in dieser Zeit weiter Daten. Die Ergebnisse könnten künftige Entscheidungen zur Wasserstoffheizung und zur Modernisierung der Infrastruktur in ganz Deutschland prägen.

Das Vorhaben liefert praktische Belege dafür, dass Wasserstoff Erdgas in Heizsystemen ersetzen kann. Da die Kessel bereits problemlos laufen und das Netz zuverlässig funktioniert, könnte dies die breite Einführung beschleunigen. Bei Erfolg ließe sich das Modell auch in anderen Regionen übernehmen, die ihre CO₂-Emissionen im Wohnsektor senken wollen.

Quelle