Europäische Lkw-Kontrollen in NRW: 133 Verstöße und ein Schrotthändler ohne Führerschein

Kristiane Dippel
Kristiane Dippel
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Ein Polizei-Lkw vor einem Gebäude mit Text, eine Ampel mit einem Mast und Drähten im Vordergrund und Bäume mit einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.Kristiane Dippel

Europäische Lkw-Kontrollen in NRW: 133 Verstöße und ein Schrotthändler ohne Führerschein

Eine Woche andauernde europaweite Kontrollen von Lkw- und Busverkehr förderten in Nordrhein-Westfalen Dutzende Verstöße zutage. Bei Razzien stoppte die Polizei 293 Fahrzeuge – fast die Hälfte davon hielt sich nicht an die Vorschriften. Ein Schrotthändler muss sich nun wegen Straftatbeständen verantworten, nachdem Beamte seinen unverkehrssicheren Lkw entdeckten und feststellten, dass sein Führerschein seit einem Jahrzehnt ungültig war.

Vom 9. bis 15. Februar 2026 beteiligte sich die Verkehrspolizei an der ROADPOL-Aktion "Lkw und Bus". In Ostwestfalen kontrollierten die Beamten 293 Nutzfahrzeuge und dokumentierten dabei 133 Verstöße – von überhöhter Geschwindigkeit bis hin zu unsachgemäß gesicherter Ladung.

Sechs Fahrer wurden mit Geschwindigkeitsüberschreitungen erwischt, bei 19 Lkw war die Ladung mangelhaft gesichert. Weitere 19 Fahrer verletzten soziale Vorschriften wie Ruhezeiten, und in vier Fahrzeugen waren die digitalen Tachografen manipuliert worden. 13 Mitfahrer hatten ihren Sicherheitsgurt nicht vorschriftsmäßig angelegt, elf Lkw wiesen technische Mängel auf, und vier waren gefährlich überladen.

Am 10. Februar hielten Beamte auf der Detmolder Straße einen VW LT 40-Kleintransporter an, der von einem Schrotthändler genutzt wurde. Das Fahrzeug befand sich in desolatem Zustand und galt als nicht verkehrssicher. Im Inneren war eine Industriewaage unzureichend befestigt. Der Fahrer besaß keinen gültigen Führerschein – sein Entzug datierte bereits zehn Jahre zurück. Zudem fehlte dem Halter die erforderliche gewerbliche Genehmigung für die Schrottsammlung, was den Verdacht auf Sozialbetrug und Steuerhinterziehung weckte.

Die Behörden zogen den Lkw umgehend aus dem Verkehr. Sowohl der Fahrer als auch der Halter müssen sich nun in einem Strafverfahren verantworten; dem Halter wird zusätzlich vorgeworfen, einen Fahrer ohne gültige Fahrerlaubnis eingesetzt zu haben.

Die Autobahnpolizei Bielefeld wird die gezielten Kontrollen auf den Autobahnen Ostwestfalens fortsetzen. Ziel ist es, die Verkehrssicherheit durch die Einhaltung von Verkehrs- und Transportvorschriften zu erhöhen. Die jüngste Aktion zeigt, dass es in der gewerblichen Transportbranche weiterhin Probleme mit Fahrzeugwartung, Führerscheinen und Ladungssicherung gibt.