Evonik streicht 1.000 Jobs und senkt Dividende gegen Wettbewerbsdruck aus China
Evonik-Aktionäre erhalten niedrigere Dividende - Evonik streicht 1.000 Jobs und senkt Dividende gegen Wettbewerbsdruck aus China
Evonik kündigt weitreichende Veränderungen an, um gegen wachsenden Wettbewerb und sinkende Gewinne vorzugehen. Der Chemiekonzern wird 2026 eine neue Dividendenpolitik einführen und im kommenden Jahr 1.000 Stellen streichen. Die Maßnahmen folgen auf ein schwieriges Jahr, in dem Umsatz und Erträge deutlich zurückgingen.
Die Finanzzahlen für 2025 zeigen einen klaren Rückgang: Der Umsatz sank um sieben Prozent auf 14,1 Milliarden Euro, während das bereinigte EBITDA um neun Prozent auf knapp unter 1,9 Milliarden Euro fiel. Für 2026 rechnet Evonik mit einem bereinigten EBITDA zwischen 1,7 und 2,0 Milliarden Euro.
In den vergangenen fünf Jahren hatte Evonik zunehmend mit chinesischer Konkurrenz in Schlüsselmärkten zu kämpfen. Unternehmen wie Wanhua Chemical und Sinopec konnten in Segmenten wie Methionin und Kieselsäure 15 bis 20 Prozent Marktanteile hinzugewinnen, während Evonik in diesen Bereichen drei bis fünf Prozent einbüßte. Geringere Kosten und ausgeweitete Produktionskapazitäten in Asien verschaffen den chinesischen Firmen einen deutlichen Wettbewerbsvorteil.
Als Reaktion darauf gab Evoniks Vorstandsvorsitzender eine neue Dividendenpolitik bekannt, die ab 2026 greift. Die Aktionäre erhalten zunächst eine Ausschüttung von 1,00 Euro pro Aktie, künftige Dividenden sollen sich an 40 bis 60 Prozent des bereinigten Konzernnettoergebnisses orientieren. Die RAG-Stiftung, größter Evonik-Aktionär, unterstützt den Plan. Parallel dazu wird das Unternehmen im nächsten Jahr 1.000 Arbeitsplätze abbauen.
Die Stellenstreichungen und die überarbeitete Dividendenpolitik markieren einen Strategiewechsel bei Evonik. Das Unternehmen will seine finanzielle Position stabilisieren – angesichts schrumpfender Marktanteile und schwächerer Erträge. Aktionäre profitieren künftig von einer berechenbareren Ausschüttungsstruktur, doch die Auswirkungen der Umstrukturierung bleiben abzuwarten.
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