Flucht eines Sexualstraftäters aus Münster-Amelsbüren: Behörden schwiegen monatelang
Kristiane DippelFlucht eines Sexualstraftäters aus Münster-Amelsbüren: Behörden schwiegen monatelang
Ein verurteilter Sexualstraftäter entwich im September 2022 aus einem psychiatrischen Krankenhaus in Münster-Amelsbüren. Die Behörden hielten den Vorfall zunächst unter Verschluss, was neue Zweifel an der Sicherheit der Einrichtung aufkommen ließ. Der flüchtige 33-jährige Iraner ist weiterhin auf freiem Fuß.
Der Mann war seit Februar 2020 in der forensischen Abteilung der Klinik Münster-Amelsbüren untergebracht. Nach einem genehmigten Ausgang kehrte er nicht zurück und gilt seitdem als verschwunden. Die Polizei leitete zwar umgehend Ermittlungen ein, informierte die Öffentlichkeit jedoch nicht.
Die Flucht verschärft die Kritik der Bürgerinitiative «AlexianerForensik – Sicherheit VOR Therapie». deren Mitglieder wiederholt auf Sicherheitsmängel hingewiesen hatten – darunter Vorfälle, bei denen Kinder auf Patienten der Klinik trafen. Die Gruppe fordert nun strengere Kontrollen.
Die Staatsanwaltschaft gab nur wenige Details bekannt und verwies auf die verminderte Schuldfähigkeit des Täters. Der Träger der Klinik, die Alexianer GmbH, lehnte eine Stellungnahme ab. Das Gesundheitsministerium von Nordrhein-Westfalen verwies alle Anfragen an die Polizei.
Die Behörden vermuten, dass der Flüchtige ins Ausland geflohen sein könnte. Ein Europäischer Haftbefehl wurde erlassen, doch sein Aufenthaltsort bleibt unbekannt.
Der Fall wirft erneut Fragen zur Fähigkeit der Einrichtung auf, hochriskante Patienten sicher unterzubringen. Da der Gesuchte weiterhin flüchtig ist, läuft die Fahndung unter einer europaweiten Alarmierung weiter. Anwohner und Interessensverbände fordern angesichts des Falls dringend Reformen.






