Frankfurts „Ginnheimer Spargel“ bleibt für immer geschlossen – wer trägt die Schuld?

Christoph Döhn
Christoph Döhn
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Hohe Gebäude mit parkenden Autos in einer Parklücke und ein Verkehrsampelmast auf der rechten unteren Seite.Christoph Döhn

Frankfurts „Ginnheimer Spargel“ bleibt für immer geschlossen – wer trägt die Schuld?

Frankfurts ikonischer „Ginnheimer Spargel“ bleibt wohl dauerhaft geschlossen

Der berühmte Fernsehturm Europaturm, auch „Ginnheimer Spargel“ genannt, wird nach mehr als zwei Jahrzehnten Stillstand voraussichtlich nicht wiedereröffnet. Die zugesagte Bundesförderung für den Euroturm läuft Ende 2025 aus, und Streitigkeiten zwischen der Stadt Frankfurt und dem Land Hessen über die Kostenverteilung haben das Projekt in der Schwebe belassen. Seit seiner Schließung 1999 steht der Turm vor geschätzten Sanierungskosten von 50 Millionen Euro – ohne dass eine Lösung in Sicht wäre.

Das 337 Meter hohe Bauwerk, einst eine beliebte Attraktion mit Aussichtsplattform und Restaurant, schloss 1999 seine Türen. Betrieben wird es von der Deutsche Funkturm Management Gesellschaft (DFMG), einer Tochter der Deutschen Telekom. Heute steht es leer, seine Zukunft ist ungewiss. Eine Machbarkeitsstudie bestätigte, dass die Wiedereröffnung für die Öffentlichkeit rund 50 Millionen Euro kosten würde – eine Summe, die weder die Stadt noch das Land Hessen bereit sind, allein zu tragen.

Die Bundesregierung hatte angeboten, die Hälfte der Sanierungskosten zu übernehmen, vorausgesetzt, Frankfurt und Hessen teilen sich die verbleibenden 25 Millionen Euro. Doch die Verhandlungen scheiterten, sodass das Schicksal des Turms weiterhin unklar bleibt. Ähnliche Fördermodelle zwischen Bund und Ländern funktionierten anderswo: Die Türme in Hamburg und Dresden sollen nach diesem Muster wiedereröffnet werden – doch Frankfurts Fall steckt fest.

In ganz Deutschland kämpfen viele Fernmeldetürme um ihre Rentabilität. Strengere Sicherheitsvorschriften und hohe Instandhaltungskosten machen Reparaturen teuer, während moderne Übertragungstechnik – heute über Glasfaserkabel und Satelliten abgewickelt – die Einnahmen aus Mietverträgen schmälert. Von den einst beliebten Fernsehtürmen sind nur noch vier für Besucher geöffnet: der Berliner Fernsehturm am Alexanderplatz, der Düsseldorfer Rheinturm, der Dortmunder Florianturm und der Stuttgarter Fernsehturm auf dem Frauenkopf. Der Niedergang des Europaturms spiegelt einen bundesweiten Trend wider. Als Symbole des Fortschritts erbaut, sehen sich diese Bauwerke heute mit finanziellen und logistischen Hürden konfrontiert. Ohne eine Lösung in der Finanzierungsfrage droht Frankfurts Turm auf der Liste der dauerhaft gesperrten Attraktionen zu landen.

Mit dem nahenden Ende der Bundesförderung und ohne Einigung in Sicht scheint der „Ginnheimer Spargel“ auf absehbare Zeit geschlossen zu bleiben. Die 50 Millionen Euro Sanierungskosten und das Fehlen einer gemeinsamen Finanzierung bedeuten, dass Aussichtsplattform und Restaurant vorerst unzugänglich bleiben. Wenn Frankfurt und Hessen sich nicht bald einigen, wird eines der markantesten Wahrzeichen der Stadt auf unbestimmte Zeit für die Öffentlichkeit gesperrt bleiben.

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