Friseurpreise explodieren – doch die Branche kämpft mit leeren Stühlen
Christoph DöhnPreise für Haarschnitte sind deutlich gestiegen - Friseurpreise explodieren – doch die Branche kämpft mit leeren Stühlen
Friseurpreise in Deutschland steigen stark – Branche kämpft mit sinkenden Umsätzen
Die Kosten für einen Haarschnitt in Deutschland sind in den vergangenen fünf Jahren deutlich gestiegen. Sowohl Männer als auch Frauen zahlen mittlerweile deutlich mehr für grundlegende Dienstleistungen, bei manchen Behandlungen stiegen die Preise um über 30 Prozent. Gleichzeitig schrumpft die Zahl der Salons weiter, da die Branche von allen Seiten unter finanziellen Druck gerät.
Im September 2025 zahlten Frauen in Deutschland im Schnitt 28 Prozent mehr für einen Haarschnitt als noch 2020. Eine Standardbehandlung mit Waschen, Schneiden und Föhnen kostet mittlerweile rund 54 Euro – ein deutlicher Anstieg gegenüber den Vorjahren. Bei Männern und Kindern fielen die Preiserhöhungen noch stärker aus: Hier stiegen die Kosten im gleichen Zeitraum um fast 31 Prozent. Ein typischer Herrenhaarschnitt liegt nun bei durchschnittlich 33 Euro.
Der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks nennt mehrere Gründe für die steigenden Preise: höhere Löhne, explodierende Energiekosten und teurere Materialien treiben die Ausgaben in die Höhe. Auch die allgemeine Inflation hat die Kosten in allen Bereichen erhöht. Während einfache Schnitte noch relativ erschwinglich bleiben, sind aufwendigere Behandlungen wie Färben oder Strähnen spürbar teurer geworden.
Trotz der Preisanpassungen hat die Branche mit Problemen zu kämpfen. Immer weniger Kunden buchen Termine, was zu geringeren Auslastungen in den Salons führt. Viele greifen stattdessen zu günstigeren Alternativen – vor allem in Städten gewinnen Barbiershops an Beliebtheit. Diese unterbieten oft die Preise klassischer Friseursalons und verschärfen so den Wettbewerb.
Der Umsatz der Branche lag 2024 bei 7,67 Milliarden Euro, doch für 2025 wird ein Rückgang erwartet. Aktuell geben 28 Prozent der Deutschen zwischen 15 und 29 Euro pro Besuch aus, 20 Prozent zahlen zwischen 30 und 49 Euro. Doch mit sinkender Zahl an Salons – 2024 waren noch 80.363 Betriebe registriert – steht die Branche unter Druck.
Steigende Kosten und verändertes Kundenverhalten prägen den Wandel im deutschen Friseurgewerbe. Traditionelle Salons sehen sich zunehmend der Konkurrenz preiswerter Barbiershops ausgesetzt, während die höheren Preise manche Kunden abschrecken. Da die Umsätze 2025 voraussichtlich weiter sinken, muss sich die Branche anpassen, um in einem schwierigeren Marktumfeld zu bestehen.






