Gabler wagt riskanten Börsengang trotz Millionenverlusten und schwacher Umsätze

Nina Pohl
Nina Pohl
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Ein Roboter mit ausgestreckten Armen und Beinen, geneigtem Kopf, sitzt auf einem blauen Teppichboden in der Nähe einer Maschine und eines Fahrzeugs, mit Ständen, Vorhängen und anderen Gegenständen im Hintergrund.Nina Pohl

Gabler wagt riskanten Börsengang trotz Millionenverlusten und schwacher Umsätze

Deutscher Technologiekonzern Gabler bereitet Börsengang für den 9. März 2026 vor

Unter dem Börsenkürzel "Circus Defence" wird das Unternehmen, das für autonome Versorgungssysteme und maritime Robotik bekannt ist, im Scale-Segment der Frankfurter Börse debütieren. Der Ausgabepreis liegt bei 44 Euro pro Aktie. Trotz ehrgeiziger Wachstumsprognosen notiert die Aktie derzeit nahe ihrem 52-Wochen-Tief – ein Zeichen für die anhaltenden finanziellen Herausforderungen.

Mit dem Börsengang wird Gabler auf einen Unternehmenswert von 266,2 Millionen Euro bewertet, wobei 49,9 % der Anteile im Streubesitz liegen. Die Notierung erfolgt nach einem Jahr mit minimalen Umsätzen: Lediglich 0,25 Millionen Euro erwirtschaftete das Unternehmen 2025, bei einem operativen Verlust von fast 15 Millionen Euro. Die Unternehmensführung rechnet jedoch mit einer deutlichen Wende und peilt für 2026 einen Umsatz von 44 bis 55 Millionen Euro an – was einem potenziellen Anstieg um das 220-Fache entsprechen würde.

Kernbereiche: Militärlogistik und Handelsrobotik Zu den zentralen Geschäftsbereichen zählt ein Auftrag der Bundeswehr für autonome Logistiklösungen unter der Marke "Circus Defence". Darüber hinaus wird der Küchenroboter CA-1 derzeit in einer Testphase mit der Supermarktkette REWE in Düsseldorf erprobt. Nach einer achtmonatigen Erprobung soll über eine breitere Einführung entschieden werden.

Trotz schwacher Bilanzzahlen verzeichnet Gabler über 8.000 Vorbestellungen, was einem theoretischen Umsatzpotenzial von 1,6 Milliarden Euro entspricht. Analysten verweisen auf steigende globale Verteidigungsbudgets und geopolitische Spannungen als Rückenwind für die maritime und Unterwasser-Technologie des Unternehmens. Prognosen gehen von einem jährlichen Umsatzwachstum von 12 % bis 2030 aus, einige Experten erwarten sogar eine Verdopplung der Unternehmensgröße innerhalb von fünf Jahren.

Gemischte Signale vor dem Börsenstart Kürzlich erwarb Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Jan-Christian Heins Aktien im Wert von rund 10.000 Euro. Dennoch rechnet das Unternehmen 2026 mit einem EBITDA-Verlust zwischen 6 und 8 Millionen Euro. Die Lücke zwischen dem aktuellen Aktienkurs (6,94 Euro) und dem Höchststand beträgt etwa 71 % – ein Indiz für die Zurückhaltung der Anleger vor dem IPO.

Gablers anstehender Börsengang steht im Spannungsfeld zwischen hoher Vorbestellungsnachfrage und anhaltenden Verlusten. Der Erfolg hängt davon ab, ob es dem Unternehmen gelingt, Verträge in Umsätze umzuwandeln und sich auf einem volatilen Markt zu behaupten. Sollten sich die Prognosen bewahrheiten, könnten die Sparten Verteidigung und Robotik ein deutliches Wachstum vorantreiben – doch die Risiken bleiben bestehen, sobald der Handel beginnt.

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