Geberts Weinstube in Mainz-Neustadt schließt nach Jahrzehnten für immer
Christoph DöhnGeberts Weinstube in Mainz-Neustadt schließt nach Jahrzehnten für immer
Geberts Weinstube, ein beliebtes Restaurant in Mainz-Neustadt, schließt am 31. Juli 2026 seine Türen
Die Entscheidung fällt zusammen mit dem Rückzug von Marianne Gebert, 75, die nach Jahrzehnten im Geschäft einen Schritt zurücktritt. Das familiengeführte Lokal, das einst als bestes "Alltagsrestaurant" in Rheinland-Pfalz ausgezeichnet wurde, hat in der örtlichen Gemeinschaft tiefe Spuren hinterlassen.
Der Grund für die Schließung liegt nicht in finanziellen Schwierigkeiten oder Branchenproblemen, sondern in persönlichen Beweggründen. Marianne Gebert, die maßgeblich zum Erfolg der Weinstube beigetragen hat, geht in den Ruhestand. Ihr Sohn Frank Gebert übernahm das Geschäft 2007 von seinen Eltern, fand jedoch keinen geeigneten Nachfolger, um das Familienerbe fortzuführen.
Einer der unvergesslichsten Momente für die Familie war der Besuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Jahr 2018. Zudem erhielt das Restaurant 2021 Anerkennung, als das Magazin Feinschmecker es als besten Alltagsgastronomiebetrieb der Region kürte. Trotz dieser Erfolge beschreiben die Geberts die Entscheidung zur Schließung als zutiefst schwer.
Seit der Bekanntgabe der Nachricht hat Frank Gebert eine Welle der Solidarität von Stammgästen erfahren. Er bedankte sich herzlich bei den Gästen für ihre jahrzehntelange Treue. Dennoch wirkt das definitive Schließungsdatum auf die Familie noch immer unwirklich.
Bisher gibt es keine Pläne der Eigentümer oder der Stadt Mainz für die weitere Nutzung des Gebäudes. Das Lokal wird wie geplant schließen – was danach kommt, bleibt ungewiss.
Mit der Schließung endet eine Ära für Mainz-Neustadt. Ohne einen Nachfolger wird die lange Familientradition im Juli 2026 ihr Ende finden. Die Reaktionen der Gemeinschaft zeigen, wie tief die Verbindung vieler Menschen zu Geberts Weinstube war.






