Geisterparade feiert 35 Jahre mit Protest und Karnevalsflair gegen Wohnungsnot in Köln

Horst-Dieter Gertz
Horst-Dieter Gertz
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Eine Gruppe von Menschen, die auf einer Straße neben einem Lastwagen mit bunten Luftballons gehen, mit Schildern an der Straße und Bäumen und Gebäuden im Hintergrund, was auf eine Pride-Parade in Paris hindeutet.Horst-Dieter Gertz

Geisterparade feiert 35 Jahre mit Protest und Karnevalsflair gegen Wohnungsnot in Köln

Kölner Geisterparade feiert 35. Jubiläum mit tausenden Teilnehmern

Die Kölner Geisterparade hat ihr 35-jähriges Bestehen mit tausenden Menschen auf den Straßen gefeiert. Die Veranstaltung verbindet Protest mit Feierlaune und bleibt ihren Wurzeln als politische Demonstration treu, während sie gleichzeitig eine ausgelassene Karnevalsstimmung verbreitet. Das diesjährige Motto richtete sich gezielt gegen die Wohnungsnot in der Stadt.

Der Umzug startete mit Teilnehmern in aufwendigen Kostümen, die den Kampf um bezahlbaren Wohnraum symbolisierten. Manche trugen winzige Häuser auf dem Kopf, andere hielten Schilder mit Parolen gegen explodierende Mieten hoch. Die Botschaft war unmissverständlich: "Allerhööchste Zick för en andere Wohnungspolitik—mer können nit all em Kölner Dom schlofe" (Es ist höchste Zeit für eine andere Wohnungspolitik – wir können nicht alle im Kölner Dom schlafen).

Kreative Wagen bereicherten das Spektakel, darunter die Schnappviecher – riesige Tierfiguren, behangen mit klingelnden Glocken – und ein gewaltiger, durchsichtiger Tintenfisch aus Plastikflaschen. Zwischen den Umzugsteilnehmern gesellten sich Geister, Hexen, Totenschädel und Fabelwesen, die der Parade ihre gespenstisch-festliche Atmosphäre verliehen. An der Spitze des Zuges marschierte Erich Hermans, verkleidet als Ähzebär, eine traditionelle Kölner Figur, und spielte dazu auf einem selbstgebastelten Rummelpot-Instrument.

Der Umzug endete am Kölner Kulturzentrum Odonien, wo eine Band mit klassischen lokalen Liedern aufspielte. Hermans, der 1993 – nur zwei Jahre nach Beginn der Parade – den Verein Ähzebär un Ko e.V. mitgründete, ist bis heute eine centrale Figur der Organisation.

Die Geisterparade bleibt eine einzigartige Mischung aus Aktivismus und Feierkultur. Seit 35 Jahren bietet sie Kölnerinnen und Kölnern eine Plattform, um ihre Anliegen zu artikulieren und gleichzeitig die Kultur ihrer Stadt zu feiern. Die diesjährige Ausgabe lenkte erneut den Fokus auf die Wohnungsproblematik und unterstrich damit die anhaltende Aktualität der Veranstaltung.