Gerhard Polts A scheene Leich beendet eine Ära an den Münchner Kammerspielen

Kristiane Dippel
Kristiane Dippel
2 Min.
Ein älterer Mann in einem schwarzen Pullover spielt Gitarre auf einer Bühne mit Lautsprechern und einem Vorhang im Hintergrund, während viele Menschen auf Stühlen sitzen und ihm gegenüber.Kristiane Dippel

"Ende einer Ära" - Letzte Vorstellung von Polt-Play - Gerhard Polts A scheene Leich beendet eine Ära an den Münchner Kammerspielen

Die langjährige Zusammenarbeit zwischen Gerhard Polt und den Münchner Kammerspielen hat einen Meilenstein erreicht. Seine jüngste Produktion A scheene Leich beendete ihre Spielzeit mit einer emotionalen letzten Vorstellung. Das Stück, ein scharfsinniger und oft melancholischer Blick auf Altern und Tod, könnte seine letzte große Inszenierung am Theater nach fünf Jahrzehnten der Zusammenarbeit markieren.

Polt trat erstmals 1975 während einer Kabarettwoche im Werkraum der Kammerspiele auf. Sein Durchbruch gelang ihm 1978 mit Kehraus, einer Produktion, die seinen Ruf festigte. Im Laufe der Jahre wurden seine Werke zu einem festen Bestandteil des Spielplans – eine Mischung aus Satire und gesellschaftskritischem Blick.

A scheene Leich, das Polt gemeinsam mit den Well-Brüdern verfasst hat, läuft seit 2023. Die zynische, doch zutiefst berührende Auseinandersetzung des Stücks mit dem Verhältnis der modernen Gesellschaft zur Sterblichkeit traf beim Publikum einen Nerv. Die letzte Vorstellung war geprägt von persönlichen Akzenten: Blumen bedeckten die Bühne, gerahmte Fotos säumten die Wände, und das Ensemble sang gemeinsam mit dem Publikum ein verbindendes Lied.

Der Abend endete mit stehenden Ovationen und tränenreichen Abschieden. Die Kammerspiele teilten auf Instagram Backstage-Aufnahmen mit dem Kommentar "Das Ende einer Ära". Zwar könnte dies Polts letzte große Produktion am Haus sein, doch künstlerische Leiterin Barbara Mundel bestätigte, dass weitere Kooperationen – etwa Lesungen – fortgesetzt werden.

Polt selbst zeigt jedoch keine Anzeichen, sich zur Ruhe zu setzen. Ende Januar wird er gemeinsam mit Josef Hader in Münchens Lach- und Schießgesellschaft auftreten. Für 2026 sind bereits Termine mit den Well-Brüdern (ehemals Biermösl Blosn) gebucht, darunter Auftritte in Grafenau (24. April), Kloster Andechs (23. Juli) und Nürnberg (6. August).

Die letzte Vorstellung von A scheene Leich schließt ein bedeutendes Kapitel für Polt und die Münchner Kammerspiele. Zwar mögen seine großen Bühnenproduktionen am Theater vorerst abgeschlossen sein, doch seine Arbeit in kleineren Formaten und bei Live-Auftritten wird weitergehen. Das Publikum wird ihn auch in den kommenden Jahren noch auf der Bühne erleben können.

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