08 June 2026, 12:21

GLS Bank in der Kritik: Kontoschließungen von DKP und Roter Hilfe entfachen Proteststurm

Selbstkritik im Aufsichtsrat der Genossenschaftsversammlung

GLS Bank in der Kritik: Kontoschließungen von DKP und Roter Hilfe entfachen Proteststurm

Die GLS Bank steht nach der Schließung von Konten der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) und der Gefangenenhilfsorganisation Rote Hilfe massiv in der Kritik. Tausende unterzeichneten einen offenen Brief, in dem sie die Rücknahme der Entscheidung fordern – begleitet von wachsenden Protesten.

Der Streit eskalierte während der Jahresversammlung der Bank in Bochum, wo die Führung ihre Vorgehensweise verteidigte, während die Mitglieder dem Vorstand mehrheitlich das Vertrauen aussprachen. Auslöser war die Kündigung der Konten von DKP und Rote Hilfe. Kritiker werfen der Bank politische Voreingenommenheit vor, doch die Geschäftsleitung betont, man habe lediglich gesetzliche und aufsichtsrechtliche Pflichten erfüllt. Deutsche Banken sind verpflichtet, verdächtige Transaktionen zu melden.

Die Proteste nahmen schnell an Fahrt auf: In einem offenen Brief, den Tausende unterzeichneten, wurde vor einem „dramatischen Vertrauensverlust“ gewarnt, falls die Kontoschließungen bestehen blieben. Gleichzeitig verfügte ein Gericht, dass die Sparkasse Göttingen die Konten der Rote Hilfe vorläufig offenhalten muss – was den Druck auf die GLS Bank weiter erhöhte.

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Auf der Jahresversammlung in Bochum stimmten 676 von 720 Mitgliedern für die Unterstützung des Vorstands. Die Bank führte zudem Gespräche mit betroffenen Kunden und bot Beratung an, um auffällige Transaktionen zu vermeiden. Der ehemalige grüne Vizekanzler Robert Habeck nahm als Gast an der Veranstaltung teil, stand aber in keinem Zusammenhang mit der Kontroverse.

Klaus Leger, Bundesgeschäftsführer der DKP, warf der GLS Bank „vorauseilenden Gehorsam“ vor und kündigte an, die Partei werde die Geschäftsbeziehung beenden. Trotz der Kritik bleiben die Konten der Rote Hilfe bei der GLS Bank vorerst aktiv.

Die Bank hält an ihrer Position fest und verweist auf die Einhaltung finanzieller Regularien. Während die Konten der Rote Hilfe weiterhin bestehen, hat die DKP die Zusammenarbeit komplett abgebrochen. Der Fall zeigt die Spannungen zwischen ethischem Bankwesen und gesetzlichen Meldepflichten in Deutschland auf.

Quelle