H2-Trust: Blockchain soll Wasserstoff-Lieferketten fälschungssicher machen
Christoph DöhnH2-Trust: Blockchain soll Wasserstoff-Lieferketten fälschungssicher machen
H2-Trust: Digitaler Fingerabdruck für die Wasserstoffbranche
Eine neue digitale Lösung namens H2-Trust soll die Wasserstoffwirtschaft revolutionieren, indem sie eine Art „digitalen Fingerabdruck“ für Lieferketten schafft. Das mit knapp zwei Millionen Euro geförderte Projekt zielt darauf ab, die komplexe Rückverfolgung von Wasserstoff transparenter zu gestalten und gleichzeitig regulatorische Compliance-Prüfungen zu automatisieren.
H2-Trust ist Teil der Forschungsinitiative DUH-IT und läuft von März 2024 bis Februar 2027. Das System nutzt die Blockchain-Technologie, um Daten von der Stromerzeugung bis zum Endverbraucher fälschungssicher zu dokumentieren. Dadurch wird die lückenlose Nachverfolgung von grünem Wasserstoff – von der Produktion bis zur Verteilung – gewährleistet.
Die Plattform bietet drei Möglichkeiten zur Datenerfassung: manuelle Eingabe, Hochladen von CSV-Dateien oder die direkte Anbindung an IoT-Gateways. Eine zentrale Herausforderung besteht darin, die Überprüfung der RED-Kriterien für grünen Wasserstoff zu automatisieren, was eine ständige Datenabgleichung erfordert. Zur Erprobung der Lösung soll bis Mitte 2026 ein Prototyp mit Industriepartnern getestet werden; zwei kleinere Produktionsstandorte befinden sich bereits in Verhandlungen.
Als Open-Source-Tool konzipiert, will H2-Trust Anbieterbindungen vermeiden und einen Standard für den Wasserstoffmarkt setzen. Zum Projekt gehört zudem der „BlockcH2ain“-Transferkreis, der regionale Unternehmen zusammenbringt, die sich für digitale Produktpässe im Wasserstoffsektor interessieren. In den kommenden Jahren soll sich H2-Trust als neutrale, anwendungsorientierte Alternative in der Branche etablieren.
Bis 2026 wird das System in Pilotanlagen unter realen Bedingungen getestet. Bei Erfolg könnte es Compliance-Prozesse für Wasserstoffproduzenten vereinfachen und den administrativen Aufwand verringern. Der Open-Source-Ansatz könnte zudem die branchenweite Verbreitung fördern.






