Heino gibt Solidaritätskonzert für entlassenen Feuerwehrmann in Bad Belzig
Horst-Dieter GertzHeino gibt Solidaritätskonzert für entlassenen Feuerwehrmann in Bad Belzig
Rund 800 Menschen versammelten sich in Bad Belzig zu einem Solidaritätskonzert des deutschen Sängers Heino für einen örtlichen Feuerwehrmann, der nach einer Kontroverse um die Nationalhymne seines Amtes enthoben worden war. Zu den Unterstützern zählten Besucher aus ganz Ostdeutschland, darunter Feuerwehrleute aus Sachsen und Thüringen, die sich hinter Richard Mänder stellten, nachdem er von seiner Richtertätigkeit bei einer Meisterschaft ausgeschlossen worden war.
Das Publikum tanzte zu Heinos Hits wie Karamba, Karacho, ein Whiskey und Die schwarze Barbara, während einige Zuschauer während des Auftritts Ostdeutschland! skandierten. Heinos Manager betonte, das Konzert sei nicht politisch motiviert, sondern eine Geste der Unterstützung für Mänder, der nach dem Abspielen einer umstrittenen Version der Hymne bei einer Feuerwehrveranstaltung in die Kritik geraten war.
Der Streit hatte begonnen, als der Bad Belziger Feuerwehrmann Richard Mänder bei den Torgauer Meisterschaften im August 2025 Heinos Aufnahme der deutschen Nationalhymne aus den 1970er-Jahren abspielte. Die Version enthielt die selten gesungene erste Strophe, die Kritiker wegen ihrer historischen Belastung ablehnen. Nach Beschwerden entzog ihm der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) seine Richterrollen – eine Entscheidung, die der Verband trotz Forderungen nach Milde verteidigte.
Mänder hatte Heinos Aufnahme auf YouTube gefunden und für die Eröffnung der Meisterschaft genutzt. Später bezeichnete er die Folgen als ein Missverständnis, bedauerte die Situation, betonte jedoch, dass er nicht als Einziger zur Verantwortung gezogen werden sollte. Heino, der selbst eine Aufnahme der vollständigen Hymne veröffentlicht hat, kritisierte Mänders Entlassung öffentlich und organisierte das Solidaritätskonzert in Bad Belzig.
Beim Auftritt sang Heino Publikumslieblinge wie Schwarzbraun ist die Haselnuss als Zugabe, während die Zuschauer seine Interpretation von Layla begeistert feierten. Sein Manager, Helmut Werner, wies Vorwürfe zurück, Heinos Engagement habe politische Gründe, und erklärte, Mänder verdiene eine zweite Chance. Gleichzeitig stellte Werner klar, dass Heinos Team das Abspielen der Hymne beim Feuerwehrwettbewerb nicht befürworte.
Feuerwehrleute aus Sachsen und Thüringen nahmen am Konzert teil und bezeichneten Mänders Strafe als unverhältnismäßig. Der AfD-Politiker Lars Schieske schrieb auf Instagram, die Stimmung habe sich wie eine eng zusammengewachsene Gemeinschaft angefühlt. Bisher gibt es jedoch keine offiziellen Hinweise darauf, dass der DFV über Mänders Amtsenthebung hinaus weitere Maßnahmen ergreifen wird.
Das Konzert in Bad Belzig unterstrich die anhaltende Debatte um Mänders Entlassung, wobei seine Unterstützer die Strafe als zu hart kritisieren. Heinos Auftritt zog eine große Menschenmenge an und bestätigte die lokale Rückendeckung für den Feuerwehrmann. Derweil hat der DFV keine weiteren Schritte über die ursprüngliche Entscheidung hinaus angekündigt, Mänder von seinen Positionen zu entbinden.
Die Veranstaltung zeigte zudem, wie polarisierend die erste Strophe der Nationalhymne bleibt – ein Thema, das bei öffentlichen Anlässen weiterhin sensibel behandelt wird.






