"Helden": Wie ein Neuköllner Jugendkollektiv Heldentum neu definiert
Christoph Döhn"Helden": Wie ein Neuköllner Jugendkollektiv Heldentum neu definiert
„Helden“ – ein neues Bühnenstück des Jugendkollektivs Active Player NK
Am Heimathafen Neukölln ist jetzt das Stück Helden zu sehen, eine Produktion des Jugendkollektivs Active Player NK. Die Inszenierung erkundet die Themen Heldentum und Mut in einer lebendigen Mischung aus Sketchen, Monologen und Tanz. Gleichzeitig liefert sie scharfe Gesellschaftskritik – etwa an den Auswüchsen des Kapitalismus und den finanziellen Kämpfen, mit denen Künstlerinnen und Künstler konfrontiert sind.
Active Player NK ist Teil des Jugendclubs des Heimathafen Neukölln. Seit 2011 bietet das Kollektiv kostenlose Workshops in Schauspiel, Regie und kreativem Experimentieren für junge Menschen zwischen 12 und 26 Jahren an. Seit 2022 leitet Mohammad Eliraqui die Gruppe mit dem Ziel, Jugendlichen einen Raum für Selbstausdruck zu geben.
Das Kollektiv führt keine Vorsprechen durch – wegen der großen Nachfrage werden die Plätze per Losverfahren vergeben. Helden wurde von Eliraqui inszeniert, die Co-Regie übernahm Lujain Mustafa, die auch die Kampfszenen und Tänze choreografierte.
Das Stück verbindet Gesang, Tanz mit Besen und inszenierte Schlägereien. In einer prägnanten Szene verlangt ein Superheld namens Mohammed Amin für eine Rettungsaktion 500 Euro – eine ironische Anspielung auf die prekären finanziellen Realitäten vieler Künstler:innen. Das Publikum reagiert begeistert, feiert die Darsteller:innen für ihre Kreativität und Energie.
Zwischen Unterhaltung bleibt Raum für philosophische Reflexion. Helden zeigt das Talent und die Ideen von Active Player NK und gibt jungen Künstler:innen eine Bühne, um ihre Perspektiven zu teilen. Die Aufführungen ziehen weiterhin Aufmerksamkeit auf sich – für ihre Originalität und gesellschaftliche Tiefe.
