20 December 2025, 22:29

Ikon der Schwulenbewegung - Rosa von Praunheim verstorben

Ein Kunstwerk mit einer Person.

Ikon der Schwulenbewegung - Rosa von Praunheim verstorben - Ikon der Schwulenbewegung - Rosa von Praunheim verstorben

Ikone der Schwulenbewegung – Rosa von Praunheim stirbt mit 83 Jahren

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Rosa von Praunheim, Pionier des Queer-Kinos und Aktivist der Schwulenbewegung, ist im Alter von 83 Jahren verstorben. Der Regisseur und Künstler starb am Dienstagabend überraschend, aber friedlich in Berlin, umgeben von seinem Ehemann und einem kleinen Kreis enger Freunde. Mit seinen mutigen Filmen und seinem unerschrockenen Einsatz für die Rechte von Schwulen und Lesben hinterlässt er ein bleibendes Erbe in der deutschen Kultur- und LGBTQ+-Geschichte.

Rosa von Praunheim, 1942 geboren, prägte wie kaum ein anderer das queere Kino. Sein Film „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“ (1971) brach mit gesellschaftlichen Tabus und wurde zu einem Katalysator der deutschen Schwulenbewegung. Mit weiteren provokanten Werken wie „Das Bett“ festigte er seinen Ruf als grenzenloser Künstler, der Konventionen herausforderte.

Doch von Praunheims Schaffen beschränkte sich nicht auf das Kino: Er schrieb Theaterstücke und Bücher, malte und stellte erst jüngst Werke in der Ausstellung „Nackte Männer – Nackte Tiere“ aus. Sein Engagement erstreckte sich auch auf die öffentliche Gesundheit – während der AIDS-Krise setzte er sich vehement für Safer Sex ein und rettete damit vermutlich unzählige Leben. 1991 sorgte er für Schlagzeilen, als er prominente Persönlichkeiten wie Talkmaster Alfred Biolek und Komiker Hape Kerkeling live im Fernsehen outete. Die Aktion löste Kontroversen aus, unterstrich aber seinen unerbittlichen Kampf für Sichtbarkeit und Ehrlichkeit.

Nur wenige Tage vor seinem Tod heiratete von Praunheim seinen langjährigen Lebensgefährten, Oliver Sechting. Sechting war in seinen letzten Stunden an seiner Seite, zusammen mit einem engen Freundeskreis. Von Praunheim sprach oft mit bemerkenswerter Gelassenheit über den Tod – für ihn war er „etwas Großartiges“ und „ewiger Schlaf“.

Sein Wirken als Filmemacher, Künstler und Aktivist veränderte die deutsche LGBTQ+-Landschaft nachhaltig und inspirierte die ersten CSD-Paraden sowie Jahrzehnte des Fortschritts. Sein plötzlicher Tod hinterlässt eine Lücke, doch sein Vermächtnis aus furchtloser Kreativität und unbeugsamem Einsatz für Gleichberechtigung wird Generationen überdauern – auf der Leinwand, in der Kunst und im gesellschaftlichen Diskurs.